A-ha mit S├Ąnger Morten Harket (Mitte)

┬ę KURIER/Gilbert Novy

A-ha in Wien: Wenig Mut, viel Feeling

A-ha in Wien: Wenig Mut, viel Feeling

Die Norweger zeigten ihre "Unplugged"-Show

von Brigitte Schokarth

02/03/2018, 01:44 AM

Seit 15 Jahren wurden A-ha immer wieder eingeladen, eine "MTV-Unplugged"-Show aufzuzeichnen. Es klappte nicht ÔÇô bis zum Sommer 2017. Dabei, erz├Ąhlte S├Ąnger Morten Harket damals, wollte das norwegische Trio seine Songs aber nicht nur "akustisch covern", sondern ihnen die Chance geben, "etwas Anderes zu werden".

Als A-ha Freitag mit der "Unplugged"-Show in der Wiener Stadthalle zu Gast waren, war das nicht immer offensichtlich. Unterst├╝tzt wurden Harket, Keyboarder Magne Furuholmen und Gitarrist Pal Waaktaar-Savoy von drei Streicherinnen und ÔÇô neben Drummer, Bassist und einem weiteren Keyboarder ÔÇô auch von dem Multiinstrumentalisten Lars Horntveth. Der hat die "Unplugged"-Show produziert und Instrumente wie Vibrafon, Saxofon und Cembalo in das Set eingebaut.

Allerdings waren in der Stadthalle all diese im Pop-Kontext exotischen Instrumente die meiste Zeit parallel zur ├╝blichen Pop-Band im Einsatz, wodurch ihre charakteristischen Sounds selten zur Geltung kamen, und nur wenige der A-ha-Hits in ihrem Ausdruck transformiert klangen. Etwas mehr Mut zu L├╝cken und Raum f├╝r die Exoten, zu unkonventionelleren, variantenreicheren Arrangements, w├Ąre sch├Ân gewesen.

Spa├č haben

Das war aber auch das einzige Manko des Konzertes. Anders als bei der MTV-Aufzeichnung (nach nur zwei Probewochen), sind das Trio und seine Mitmusiker jetzt nach ein paar Monaten auf "Unplugged"-Tour sehr gut eingespielt. Harket und seine Freunde m├╝ssen sich nicht mehr darauf konzentrieren, was sie machen, k├Ânnen sich so mehr in die Musik und ihre Feeling reinfallen lassen und Spa├č damit haben.

Das ├╝bertr├Ągt sich auch auf die 5000 Zuschauer. Die Hard-Core-Fans freuen sich ├╝ber weniger Bekanntes wie "Summer Moved On" aus dem Jahr 2000 oder "Over The Treetops" aus der Mitte der Nuller-Jahre, aber auch ├╝ber den tollen neuen Song "Break In The Clouds".

Und die, die dachten, sie k├Ânnten sich nur an "Take On Me" erinnern, staunen, wie viele andere Hits A-ha noch hatten, wie viele ihrer Melodien sich wie die von "Hunting High And Low", "Forever Not Yours" oder dem James-Bond-Song "The Living Daylights" heute immer noch so wohlig vertraut anf├╝hlen.

Illustriert wird das mit einer geschmackvoll gestalteten Show, die sich von erst nur wei├čem Licht ├╝ber schwarz/wei├če-Animationen auf der LED-Wand langsam steigert ÔÇô bis hin zu Videos von der norwegischen Natur und bei "Stay On These Roads" einem Spaziergang an einer K├╝ste, der sich ├╝ber alle Jahreszeiten zieht.

Traurig

Da rei├čt es dann bei "The Sun Always Shines On TV" alle von den Sesseln. Nat├╝rlich kommt dann noch der Song, auf den alle gewartet haben: "Take On Me", der ├ťber-Hit von A-ha, ist unplugged tats├Ąchlich etwas Anderes geworden, entpuppt im akustischen Gewand seine traurige, sehns├╝chtige Natur und ist in Wien ein w├╝rdiger, bewegender Abschluss eines sch├Ânen Abends.

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