82 Millionen Dollar für abgesagte Tour

Versicherung: Keith Richards ist mittlerweile vertraglich dazu verpflichtet, nach zwei Auftritten einen Pausen-Tag zu machen.
Foto: apa

Es kann immer etwas schiefgehen. Deshalb sind Festivals wie das Frequency heutzutage hoch versichert.

Mit dem Niedergang der Plattenindustrie beziehen die Musiker ihre Einnahmen aus den Tourneen", erklärt John Silcock, CEO von Robertson Taylor, einer Versicherungsgesellschaft die sich auf Live-Shows spezialisiert hat. "Gleichzeitig werden Tourneen immer größer. Die letzte Rolling-Stones-Tour hatte einen Umsatz von 558 Millionen Dollar. Weil da heute so viel Geld drinnen steckt, ist die Nachfrage nach Absicherung in den letzten Jahren explodiert."

Robertson Taylor bietet deshalb dicke Pakete für Bands und Tourveranstalter an, versichert Bühnen und Soundsysteme, die Trucks, die sie durch Europa karren, und die mitreisende Crew. Dazu im Falle von Absagen die Produktionskosten und sogar die Gagen von Acts wie Elton John oder U2.

Altersklausel

82 Millionen Dollar musste Robertson Taylor für den schlimmsten Schadensfall zahlen. Um das Risiko für krankheitsbedingte Ausfälle und derart hohe Auszahlungen zu verringern - und somit die Prämien erschwinglich zu halten -, verpflichtet Slicock Bands wie die Stones, deren Mitglieder über 60 sind, mittlerweile vertraglich dazu, nach zwei Auftritten einen Pausen-Tag zu machen.

Wer aber, wie es Amy Winehouse tat, häufig absagt, wird gar nicht versichert. Bei dieser Absage blieb der örtliche Veranstalter auf den Kosten sitzen - obwohl der seine Ausgaben und das von ihm gestellte Equipment immer selbst versichert hat.
"Für Festivals haben wir eine Schlechtwetter-Versicherung", erklärt Klaus Hozer, der Controler im Team von Ewald Tatar.

"Die greift, wenn wir etwa wegen Hagel absagen müssen. Dazu haben wir eine Haftpflichtversicherung gegen jede Art Schadensersatz-Anspruch. Und bei Shows ab Stadthallen-Größe eine Ausfalls-Versicherung, die unsere Produktionskosten - also Hallen-Miete, Plakat-Druck und so weiter - abdeckt, wenn der Künstler absagt."
Im Fall Winehouse hat die nicht gegriffen: "Das war ein Festival. Da steht auf jedem Ticket 'Änderungen vorbehalten', womit wir aus der Haftung sind", sagt Holzer. "Wir haben die Tickets trotzdem zurückgekauft und das aus eigener Tasche bezahlt, weil uns die Kunden sehr wichtig sind."

(kurier / B. Schokarth) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?