Kultur
10.04.2017

4GameChanger: Aufrüsten gegen Fake News

Beim Festival geht es u.a. um den Umgang mit Online-Falschmeldungen.

Von 22. bis 25. April kommen beim 4GAMECHANGER-Festival von ProSiebenSat.1 PULS 4 in der Marx Halle in Wien Start-up-Macher, Vor- und Querdenker, Unternehmer, Künstler und Medien-Profis zusammen. Nach den Webstars (22.4.) und den Start-Ups (24.4.) steht der 25.4. im Zeichen einer großen Zukunftsdiskussion: Es geht um die vielfältigen Einflüsse, die die Digitalisierung auf unser Leben hat und haben wird, und es sprechen jene Personen, die da an vorderster Front dabei sind.

Dafür steht insbesondere der Speaker der ersten Keynote: David Wilkinson von Cambridge Analytica. Das Unternehmen wurde nach der US-Wahl schlagartig mit dem Pitch berühmt, aus der Social-Media-Präsenz plus zugekauften Daten ein minutiöses Profil von Wählern erstellen zu können - und dadurch Wahlkämpfe auf ganz neue Beine zu stellen.

Menschmaschine

Der Einfluss von Sozialmedien auf die Politik ist dann Thema der ersten Diskussionsrunde; weitere widmen sich u.a. der Verschmelzung von Mensch und Maschine, dem Konnex zwischen Digitalisierung und Jobs.

Und eine beschäftigt sich auch mit einem der heißesten Themen der letzten Monate, den Fake News und ihren problematischen Auswirkungen auf die Politik und das Zusammenleben. Die Diskussion steht unter dem Motto: "Keine Regeln für die neuen Medien?", eine Anspielung u.a. auf die Schwierigkeit, sich im Online-Nachrichtendschungel auf vertrauenswürdigen Pfaden zu bewegen. Denn vor dem Klick auf einen Artikel ist kaum sicherzustellen, ob hinter dem Link ein hochwertiges redaktionelles Produkt wartet - oder Propaganda, Fake News oder auch nur schlecht zusammengeschusterte Klickfängerei ohne Agenda. Auch die gesellschaftliche Rolle der Sozialmedien ist hier von Bedeutung: Ein immer größerer Teil des Medienkonsums läuft über Facebook, und dessen Rolle zwischen neutraler, nicht für Inhalte verantwortlicher Plattform und Medium ist heiß umstritten.

Es diskutieren u.a. Randi Zuckerberg, Chefin von Zuckerberg Media und Schwester des Facebook-Gründers; Ivan Rodionov vom Kremlin-nahen Medium Russia Today, dessen Content immer wieder angezweifelt wird; und Inna Schewtschenko von der ukrainischen feministischen Bewegung Femen.

Leservertrauen

"Die gute alte Zeitung wirkt gegen Fake News plötzlich sehr modern", sagt KURIER-Chefredakteur und Herausgeber Helmut Brandstätter, ebenfalls einer der prominenten Diskutanten beim Panel. Aber hochwertiger Journalismus ist auf allen Medien möglich: "Bei einem starken Medienhaus wie dem KURIER kann man sicher sein, dass hinter allen Produkten eine unabhängige, unbeeinflussbare Redaktion steht. Um das wertvolle Gut des Leservertrauens muss man sich jeden Tag aufs Neue bemühen. Das geht nur mit Konsequenz und Seriosität." Brandstätter sieht es als große Herausforderung für alle Medien weltweit, sich nicht beirren zu lassen: "Journalismus ist Recherchieren, Nachfragen, Erklären, Einordnen, Analysieren. Jetzt gibt es viele neue Stimmen, die so tun, als ob sie ebenfalls journalistisch arbeiten. Der Leser merkt aber ganz genau, wer konsequente journalistische Arbeit liefert - und wer sich bestechen, beeinflussen oder kaufen lässt."

Tickets und Info zum Festival gibt es unter 4gamechanger.com. Weitere Speaker sind u.a. Oscarpreisträger Forest Withaker, Florian Gschwandtner (CEO Runtastic), Philip Missler (Director Amazon Media Group Deutschland), Andreas Weinberger (General Manager UBER) und Markus Hengstschläger (Gentechniker).