Kultur 27.12.2011

2012: Filmjahr aus österreichischer Sicht

© Bild: Ulruch Seidl Film

Im nächsten Jahr stehen Michael Haneke, Stefan Ruzowitzky und Ulrich Seidl mit neuen Filmen in den Startlöchern.

Es muss nicht immer eine Oscarnominierung sein: Mit den mehrfach preisgekrönten Erstlingsfilmen Michael“ (von Markus Schleinzer) und „Atmen“ (von Karl Markovics) war das vergangene Filmjahr aus österreichischer Sicht sehr applauswürdig. Im nächsten Jahr stehen wieder die etabliertesten Autorenfilmer mit neuen Filmen in den Startlöchern: Michael Haneke und Ulrich Seidl. Haneke hat mit „Klavierspielerin“ Isabelle Huppert gearbeitet, die ihm ja zuletzt die Goldene Palme für „Das weiße Band“ in Cannes überreicht hat. Und er hat Jean-Louis Trintignant nach Jahren der Kinoabsenz überzeugt, für „Amour“ wieder vor die Kamera zu treten: Darin spielt er einen 80-jährigen Ehemann, dessen Frau einen Schlaganfall erleidet, worauf deren Liebe auf eine harte Probe gestellt wird. Man darf jetzt schon spekulieren, dass „Amour“, eine österreichisch/französische Koproduktion, bei den Filmfestspielen von Cannes seine Uraufführung haben wird.

Ulrich Seidl wiederum hat aus seinem Filmprojekt „Paradies“ gleich drei Filme gemacht. Seine Trilogie (unter anderem mit „Hundstage“-Autostopperin Maria Hofstätter) handelt von drei Frauen und drei Urlauben. Alle drei Filme sollen 2012 bei einem Festival Premiere haben. Auch einen Dokumentarfilm hat Seidl schon länger in Arbeit: „Im Keller“, ein sehr österreichisches Thema. Ebenso wie die Marlen Haushofer-Verfilmung „Die Wand“, die Julian Pölsler mit Martina Gedeck und eigenem Hund inszenierte. Internationaler geht es da bei Stefan Ruzowitzky zu. Fünf Jahre nach dem Oscar für „Die Fälscher“ wird sein erster Hollywood-Film die Leinwände erreichen: der Schneesturm-Thriller „Kin“, der Jungstars wie Eric Bana und Olivia Wilde und Altstars wie Sissy Spacek und Kris Kristofferson vereint.

Auch ein anderer großer Name tritt endlich wieder in einem heimischen Film auf: Klaus Maria Brandauer schlüpfte für Antonin Svoboda („Spiele Leben“) in die Rolle des Psychiaters Wilhelm Reich in „The Boundary Man“. Svoboda hatte 2009 schon eine beachtete TV-Doku zum Thema „Wer hat Angst vor Wilhelm Reich“ gemacht.

Mehr zum Thema

  • Hauptartikel

  • Hintergrund

( Kurier ) Erstellt am 27.12.2011