Die 24-jährige Taylor Swift legt auf ihrem Album "1989" einen dezenten Image-Wandel hin.

© Universal Music

Taylor Swift mag kein Country-Girl mehr sein
10/30/2014

Taylor Swift mag kein Country-Girl mehr sein

Die siebenfache Grammy-Preisträgerin veröffentlicht mit "1989" ihr neues Album.

von Marco Weise

Taylor Swift will auf ihrem neuen Album kein pubertierendes Country-Girl mehr sein. Sie will jetzt Pop machen. Für Erwachsene. So mit Beats und Popowackeln, wie ihre Kolleginnen Lady Gaga und Miley Cyrus. Nach unzähligen Alben voller Songs mit verklemmten Teenager-Fantasien ist nun Schluss damit. Die 24-Jährige ist jetzt nämlich erwachsen, also eine junge, selbstständige und weltoffene Dame. Vom herzerwärmenden Mädchen-von-nebenan-Charme, mit dem sie mehr als 30 Millionen Tonträger verkaufte, will Swift nichts mehr wissen.

"Wenn du älter wirst, erkennst du, dass es diesen märchenhaften ,Und-wenn-sie-nicht-gestorben-sind-dann-leben-sie-noch-heute‘-Mythos nicht unbedingt gibt. Jeder Tag ist ein Kampf. Und auch wenn du eine glückliche Beziehung hast, musst du immer wieder für sie kämpfen", sagt die siebenfache Grammy-Preisträgerin.

Big Apple

Swifts neu gewonnene Erkenntnisse über das Leben liegen wohl auch am kürzlich vollzogenen Ortswechsel. Sie wohnt jetzt nicht mehr in der Country-Hochburg Nashville, sondern in einem 20 Millionen Dollar teuren Apartment in Manhattan. Und das soll auch die ganze Welt erfahren – ob sie will oder nicht. Ihre Hommage an den neuen Lebensmittelpunkt nennt sich "Welcome to New York", ein Song der auch ihre kürzlich veröffentlichte Platte mit dem Titel "1989" eröffnet. Damit will sie dem Hörer gleich zu Beginn sagen: "Hey, schau her, ich lebe jetzt in New York". Ausgewirkt hat sich ihr Umzug auch auf den Sound. Der Abschied vom konservativen Country-Pop der letzten Jahre hat sich zwar bereits auf dem letzten Album "Red" angedeutet. Nun zieht sie ihn aber konsequent durch: Die Country-Gitarren haben ausgedient, und die Cowboystiefel wurden gegen High Heels getauscht.

Man hört zeitgemäße Hip-Hop- und R-&-B-Einflüsse, clubtaugliche "L'amour"-Hatscher, belanglose Weichspüler-Sounds und ihre mit Filtern überladene Stimme – so klingen Computer, keine Menschen. "Mir war wichtig, dass alle Songs genau so klingen wie das Gefühl, das ich mit ihnen beschreiben möchte", erklärt sie. Bei all diesen gut gelaunten Rhythmen dürfen tranige Balladen wie "Our Love" nicht fehlen. Die Botschaft: Am Ende wird alles gut, und wenn nicht, dann ist das nicht das Ende. Dazwischen streut sie Hits wie "Blank Space" oder "Shake It Off" ein.

Trotz der oberflächlichen Image-Korrektur bleibt sich Taylor Swift im Kern treu. Sie ist weiterhin die unschuldige und nette Tochter einer gutbürgerlichen Familie aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania. Und irgendwie zu perfekt für diese Welt.

KURIER-Wertung:

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