160 Millionen für zwei Rembrandts: Welches Land darf kaufen?

Kopie von Rembrandt_Portrait_of_Marten_Soolmans.jpg
Foto: Wikimedia Commons Rembrandt Harmensz.van Rijn: Bildnis von Maerten Soolmans (Ausschnitt), 1634

Die zwei Bilder stammen aus Besitz der Familie Rothschild - der Louvre will nun doch auch eines davon.

Zwei Porträts von Rembrandt (1606–1669) sollen für 160 Millionen Euro von der französischen Familie Rothschild erworben werden: Am 21.9. hatte das niederländische Kulturministerium und das Rijksmuseum in Amsterdam noch bekannt gegeben, den Ankauf - vermutlich der größte Kunstkauf der Niederlande überhaupt - alleine stemmen zu wollen. Nun ist auch wieder der Louvre in Paris im Spiel: Wie Kulturministerin Fleur Pellerin am Donnerstag in Paris mitteilte, ist Frankreich bereit, für 80 Millionen Euro eines der zwei Gemälde zu erwerben. Das Angebot sei bereits an die Familie Rothschild als Besitzerin der beiden Gemälde ergangen, so Fleur Pellerin.

Abgesprochen dürfte das Vorgehen nicht gewesen sein: Die niederländische Kulturministerin Jet Bussemaker sagte am Freitag im niederländischen Fernsehen, sie gehe fest davon aus, dass die Bilder an die Niederlande verkauft würden. Die Rothschilds wollten, dass das Doppelporträt im Rijksmuseum hänge.

Rembrandt_Portrait_of_Marten_Soolmans.jpg Foto: Wikimedia Commons Die beiden Gemälde stammen aus dem Jahr 1634. Das junge Paar Maerten Soolmans und Oopjen Coppit ließ sich von dem Künstler lebensgroß abbilden. Die Bilder sind laut Experten einzigartig im Frühwerk Rembrandts.

Die Idee, dass die Niederlande und Frankreich das Doppel-Porträt gemeinsam erwerben, war bereits früher diskutiert worden. „Wenn wir sie jetzt nicht kaufen, dann kommen sie in die Hände von reichen Ölscheichs, und dann wird die Öffentlichkeit sie nie mehr sehen“, sagte die Jet Bussemaker, Kulturministerin  der Niederlande, im Radio. In den Niederlanden wollen Staat und Museum die Kaufsumme je zur Hälfte tragen.

OOpjenCoppit.jpg Foto: Wikimedia Commons In Frankreich war seit längerem eine hitzige Debatte um die Bilder geführt worden: Sie gehörten zum nationalen Kulturgut und müssten im Louvre hängen, insistierten Kritiker. Nun hat sich „ausnahmsweise“ die Bank von Frankreich als Mäzen angeboten,  da der Louvre selbst nicht in der Lage ist, diesen hohen Preis zu zahlen. Das berühmte Museum hat ein Ankaufsbudget von rund acht MIllionen Euro pro Jahr.

(APA/hub) Erstellt am
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