Welche Arten heuer im Mittelpunkt stehen

Fachexperten wählten die Arten des Jahres 2018. Die Blume des Jahres ist, der langblättrige Ehrenpreis, ist stark gefährdet. Aber auch andere Arten sollten mehr wertgeschätzt werden, etwa der Wels als Fisch des Jahres.
Ein Wels versteckt sich zwischen Wasserpflanzen.

Dort, wo der Langblättrige Ehrenpreis noch vorkommt, säumt er als blaues Band die sommerlichen Ufer. Bis zu 120 cm wächst die krautige Pflanze neben dem gelben Wiesen-Alant als Lockstoff für Bienen und Hummeln in der Nachbarschaft von Rotbauchunke und Braunkehlchen in die Höhe. Die Auen sind sein zuhause. Doch mit der Verbauung und Bewirtschaftung der Flusslandschaften verschwinden auch die spezialisierten Arten. Der Langblättrige Ehrenpreis gilt hierzulande als "stark gefährdet". Als Botschafter eines bedrohten Lebensraumes ist Veronica maritima nun Blume des Jahres 2018.

Blühende lilafarbene Veronica-Pflanzen vor einem grünen Hintergrund.
Natur des jahres

Jedes Jahr küren Naturschützer und Wissenschaftler – von derArche AustriaüberBirdlife,Batlife, denFischereiverbandbis hin zumNaturhistorischen Museumund nicht zuletzt demNaturschutzbund Nabu– einen ihrer Schützlinge zur Art des Jahres. Damit soll das Bewusstsein für einen Organismus oder einen Lebensraum geschaffen und eventuell auf eine Gefährdung aufmerksam gemacht werden.

"Der Langblättrige Ehrenpreis ist in Österreich sehr selten. Mit ihm wollen wir aufzeigen, dass es Auen braucht – als Hochwasserschutz, als CO₂-Speicher und als Rückzugsräume", erklärt Dagmar Breschar vom Nabu die Wahl.

Ein Wels versteckt sich zwischen Wasserpflanzen.
Der Wels wird bis zu drei Meter lang und ist der größte Süßwasserfisch.

Fisch des Jahresist der größte Wasserbewohner Österreichs – der Wels. Der bis zu drei Meter große Räuber lebt tief in der Dunkelheit von Seen oder langsam fließenden Gewässern. Er hört und riecht ausgezeichnet, dafür sind seine Augen winzig. Der Fischereiverband fürchtet um seichte Uferstellen zum Ablaichen.

Eine Skorpionsfliege sitzt auf weißen Blüten.
Natur des Jahres

BeimInsekt des Jahreseinigte sich die international besetzte Jury auf eine "Allerweltsart, die man eigentlich überall sieht": Die Skorpionsfliege. "Schmetterlinge sind schön, Käfer auffällig, aber alles, was kleiner ist, schaut man nicht so genau an", argumentiert Breschar. Das soll sich mit Panorpa communis ändern. Der Neuflüger macht optisch was her. Der vermeintliche Giftstachel entpuppt sich bei genauerer Betrachtung allerdings als Kopulationsorgan.

Ein Tigerschnegel kriecht über ein grünes Blatt.
Natur des Jahres tigerschlegel

Auch beimWeichtier des Jahres, dem Tigerschnegel, liegt die Faszination im Detail. "Nicht alles, was Schnecke ist, ist böse zum Gärtner", betont Breschar. Im Gegensatz zur landläufigen Spanischen Wegschnecke frisst der nachtaktive Räuber, der bis zu 20 cm lang wird, u.a. andere Nacktschnecken und deren Gelege. "Der Tigerschnegel gehört zu den Guten."

Mehrere schwarze Becherlinge wachsen auf grünem Moos.
Natur des Jahres

DerPilz des Jahresist der Gestielte Tannen-Schwarzborstling. Er ist äußerst selten, damit begründen Mykologen seine Wahl.

Eine braune Spinne sitzt auf einem grauen Stein.
Natur des Jahres

DieSpinne des Jahresist die Fettspinne, sie wurde europaweit von 83 Arachnologen dazu ernannt.

Ein brauner Frosch sitzt auf einem moosbewachsenen Baumstamm.
Natur des jahres

Der Lurch des Jahresist der Grasforsch: Die Zerstörung der Lebensräume setzen dem Grasfrosch zu, wissen Herpetologen.

Ein Star sitzt auf einem Ast vor blauem Himmel.
ABD0022_20171013 - WIEN - ÖSTERREICH: ZU APA0155 VOM 13.10.2017 - Ein Star auf einem Ast in Illmitz. Der Star ist der Vogel des Jahres 2018. - FOTO: APA/BIRDLIFE/M DVORAK - ++ WIR WEISEN AUSDRÜCKLICH DARAUF HIN, DASS EINE VERWENDUNG DES BILDES AUS MEDIEN- UND/ODER URHEBERRECHTLICHEN GRÜNDEN AUSSCHLIESSLICH IM ZUSAMMENHANG MIT DEM ANGEFÜHRTEN ZWECK UND REDAKTIONELL ERFOLGEN DARF - VOLLSTÄNDIGE COPYRIGHTNENNUNG VERPFLICHTEND ++

Ob der Star, derVogel des Jahres, zu den Guten gehört, ist umstritten. Der hübsche Stimmenimitator wurde früher als Vertilger von Schädlingen geschätzt, heute gilt er vielerorts selbst als Ernteschädling. Breschar: "Birdlife wollte mit der Wahl darauf aufmerksam machen, dass die Zahl der Stare abnimmt. Auch im Vorjahr sollte mit dem Tier des Jahres eine Diskussion angeregt werden. Das Thema Wolf ist nach wie vor heiß."

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