Jeder Fünfte leidet unter Problemen mit der Stimme

Heiserkeit, die länger als zwei Wochen andauert, sollte ärztlich behandelt werden.
Eine Frau mit Brille schreit mit weit geöffnetem Mund.

Husten, räuspern und wenn es gar nicht mehr geht, das Nötigste flüstern – wenn die Stimme einmal versagt, protestiert der Körper. Immer öfter liegt die Ursache in Dauerbelastung und Stress. Unbehandelt kann das sogar zu Veränderungen des Kehlkopfes führen. Schon jeder Fünfte ist von einer Stimmstörung betroffen, betont Univ.-Ass. Georg Hammer von der HNO-Klinik der MedUni Graz anlässlich des heutigen Welttags der Stimme.

Besonders Menschen in kommunikationsintensiven Berufen wie Lehrer, Bankangestellte oder Ärzte seien gefährdet, aus einer dauerhaften Heiserkeit nicht herauszukommen. Diese ständige Überlastung könne zu einer Schwellung der Schleimhaut an den Stimmlippen führen – und in weiterer Folge zu Stimmlippenknötchen, sogenannten Schrei- oder Sängerknötchen.

Männer vs. Frauen

Im Rahmen einer aktuellen Studie fand man an der MedUni Graz einen Zusammenhang zwischen Kehlkopf-Veränderungen und stimmlicher Belastung heraus. Das wirkt sich zudem bei Männern und Frauen unterschiedlich aus. Hammer: "Während Stimmknötchen bei Männern eher durch kurzes, lautes Schreien entstehen, entwickeln sich diese Stimmlippenpolypen bei Frauen eher nach dauerhafter Belastung wie es zum Beispiel bei Lehrerinnen der Fall ist."

Doch auch schon Jugendliche können unter Stimmproblemen leiden. "In TV-Castingshows wird ihnen suggeriert, dass sie mit voller Kraft drauflos singen können. Viele wünschen sich eine Gesangskarriere und beginnen ihre Stimme mit Druck zu forcieren." Doch wie im Sport muss auch der Kehlkopf erst trainiert werden. "Ständige Heiserkeit ist wie chronischer Muskelkater."

Opernsängerin

Die Stimme wird aber auch durch Hormone beeinflusst. "Große Opernhäuser planen sogar ihre Vorstellungen nach dem Zyklus der Sängerin, weil das einen großen Einfluss hat."

Wer länger als zwei Wochen unter Heiserkeit leidet, sollte dem jedenfalls nachgehen, betont Hammer. Haben sich Stimmknötchen gebildet, können sie meist mithilfe von Stimmtherapie behandelt werden. Hilft das nicht, gibt es die Möglichkeit einer Operation.

10 Tipps für eine gesunde Stimme

Eine Frau mit geschlossenen Augen berührt ihren Hals.

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Eine Tasse Tee steht auf einer Glasuntertasse, im Hintergrund eine Teekanne.

Tee
Eine Frau mit langen, dunklen Haaren ruft mit den Händen vor dem Mund.

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Eine Gruppe von Menschen reagiert überrascht und erfreut.

Elisabeth
Ein Mann im weißen Hemd hält den Finger vor den Mund.

Finger auf dem Mund
Eine Frau flüstert einer anderen etwas ins Ohr.

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Ein Luftbefeuchter gibt Dampf in einem abgedunkelten Raum ab.

Luftfeuchtigkeit
Ein Chor singt aus Notenblättern.

Elisabeth
Rote Chilischoten liegen neben einem Jutesack auf einem Holztisch.

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Eine Person zündet sich eine Zigarette mit einem Feuerzeug an.

Weltnichtrauchertag
Ein Arzt untersucht ein junges Mädchen mit einem Stethoskop.

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Eine Frau mit braunen Haaren hustet in ihre Hand.

Gar nicht sprechen ist der einfachste, aber wohl schwierigste Weg, beleidigte Stimmbänder zu schonen. Univ.-Ass. Georg Hammer zählt die wichtigsten Tipps für die Stimmhygiene auf.

Das Raumklima nimmt entscheidenden Einfluss auf die Stimme. Wichtig ist ausreichend Belüftung und Luftfeuchtigkeit. Kalte, staubige und trockene Luft reizen hingegen.

Ernährung Hierbei sollte nicht nur ausreichend getrunken werden. Milchprodukte, Kaffee, Kakao, schwarzer und grüner Tee, Nüsse, Zitrusfrüchte und Menthol können sich negativ auf die Stimme auswirken. Das gilt auch für Übersäuerung und zu scharfe oder zu heiße bzw. zu kalte Speisen und Getränke.

Alkohol und Nikotin (letzteres aktiv wie passiv) sollten tunlichst vermieden werden.

Bewegung in frischer Luft hilft, die Stimmbänder zu entspannen. Fehlhaltungen oder Wirbelsäulenprobleme können sich negativ auf die Stimme auswirken und sollten behandelt werden.

Flüstern, räuspern und Hustenschonen die Stimme nicht, sondern schaden ihr. Möglichst nicht zu lange in lauter Umgebung sprechen und dabei weder schreien, noch pressen.

Gelassenheit drückt sich auch über das Sprechen aus. Also bewusst Zeit für Regeneration nehmen und ausreichend schlafen.

Bei Erkältungen helfen Inhalationen mit Wasserdampf oder isotonen Salzlösungen, Gurgeln mit Salbei- oder Eibischtee und Lutschtabletten auf Salzbasis.

Fragebogen zur Erkennung von Stimmstörungen

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