Familien teilen alles: von Husten bis Heilung
Der erste Tropfen aus der Nase des Sprosses lässt dieser Tage Eltern schaudern: Kind krank, Ansteckung wahrscheinlich, Ausfall ungünstig. Obwohl gerade die Eltern-Altersgruppe (25 bis 40) statistisch am seltensten krank ist und Kinderlose ebenso oft ausfallen, haben Mütter und Väter besondere Angst vor den Erregern, die der Nachwuchs nach Hause bringt. Gegen diese fremden Keime ist das sogenannte Familienbiom machtlos: Diese Sammlung an Bakterien ist den Immunsystemen in einer sozialen Einheit – Familie – bekannt und unproblematisch.
Neue Erreger machen zwar krank, mittelfristig bereichern sie das Familienbiom aber. So wie das Immunsystem von Kindern rund fünf Jahre braucht, um gegen die Ansteckungsgefahr der Umwelt zu bestehen. In dieser Zeit sind laut Medizinern zehn bis zwölf Infekte pro Jahr ganz normal – jeder erweitert die Widerstandskraft.
Ernährung statt Pille
Biotop
Die Krankheitsfälle unter Kindern steigen nachweislich seit Jahren an, Experten vermuten den Grund in höheren Betreuungszahlen von Kleinkindern. Kindergärten und Tagesgruppen sind perfekte Verbreitungs-Biotope für Erreger, die US-Gesundheitsbehörde CDC empfiehlt deshalb sogar Grippe-Impfungen für Kinder ab sechs Monaten. Allerdings nur aus volkswirtschaftlichen Gründen. Denn deutsche Statistiken haben eindeutig belegt, dass Kinder, die bis zweieinhalb in Betreuung waren, im Volksschulalter nur halb so oft krank waren.
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