Retter aus Frankfurt

Retter aus Frankfurt
Die Politik versagt. Jetzt muss die EZB den Dauerbrand in Euroland löschen.

Zuerst musste ein Milliarden-Rettungsschirm für den Euro her, den der damalige Präsident Frankreichs, Nicolas Sarkozy, seinen EU-Kollegen und allen voran Angela Merkel abrang. Dann musste auch die EZB klein beigeben und den Tabubruch "Staatsanleihenkäufe" begehen. Das war im Mai 2010 und seither hat sich die Lage nicht gerade entspannt.

EZB-Präsident Mario Draghi musste also liefern.

Monatelang hat der Italiener an der Spitze der Europäischen Zentralbank in Frankfurt vergeblich auf den Befreiungsschlag aus der Politik gewartet. Ein noch nie da gewesener Krisentourismus der Regierungschefs zwischen den Hauptstädten in Euroland brachte auch nichts. Und: Draghi sitzt noch als Einziger auf einer Menge Geld. Theoretisch auf unendlich viel Geld, weil die EZB quasi die Notenpresse anwerfen kann.

Dass hier Inflationsgefahren lauern, wissen die Zen­tralbanker. Auch dass die EZB Gefahr läuft, zur "Bad Bank" von Europa zu werden, weil man auf spanischen und italienischen Anleihen sitzen bleiben könnte, ist bekannt. Schließlich hat die Regierung in Berlin und die Deutsche Bundesbank keine Gelegenheit ausgelassen, auf die Risiken hinzuweisen. Was alles nicht geht, ist ausreichend kommuniziert. Jetzt mussten Lösungen auf den Tisch, wenn nicht ganz Euroland unter den Rettungsschirm soll.

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