Das teure Geschenk auf Raten

Den Flatscreen auf Pump: Das kann teuer werden.
Wer sein Geschenk auf Raten kauft, hat Zinsen bis zu 22 Prozent zu erwarten.

Sicher und flexibel", "schnell, einfach und unkompliziert", "günstig und maßgeschneidert": All das soll sie laut Slogans sein: die Ratenzahlung. Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit lockt der Handel wieder mit scheinbar günstig zu finanzierenden Angeboten. Doch so billig wie angepriesen, kommt man als Konsument dann doch nicht davon. Ratenzahlungsangebote sind oft um ein Vielfaches kostspieliger als auf den ersten Blick scheint, warnte die Arbeiterkammer (AK) am Montag. "Die Werbung für Ratenkäufe klingt verlockend, aber das Abzahlen kann äußerst teuer werden", resümiert AK Konsumentenschützerin Gabriele Zgubic.

17 Unternehmen wurden unter die Lupe genommen: Bauhaus, Baumax, Hornbach, Obi, Mediamarkt, Saturn, Ikea, Kika, Leiner, Ludwig, Lutz, Möbelix, Mömax, H&M, Neckerman, Otto, Universal Versand.

Das Ergebnis: Der effektive Jahreszins, also inklusive aller Kosten wie Bearbeitungsgebühr oder Restschuldversicherung, kann bis zu rund 22 Prozent ausmachen. Zum Vergleich: Die effektiven Jahreszinsen für einen banküblichen Konsumkredit liegen laut AK zwischen 4,7 bis 7,39 Prozent. "Fragen Sie immer nach, wie hoch die gesamten zu zahlenden Kosten sind. Denn wer den Kaufpreis abstottert, zahlt teuer drauf", rät Zgubic.

Kaum Informationen

Anbieter von Ratenzahlungen sind laut AK zudem mit Informationen viel zu geizig: Nur zehn von 17 geben auf ihrer Homepage den effektiven Jahreszins an; einen Finanzierungsrechner haben nur vier. Zgubic: "Die Angaben und Zinsberechnungsmethoden der einzelnen Anbieter sind teilweise äußerst verwirrend und für den Konsumenten oft nicht nachvollziehbar." Einige Anbieter gäben Nominalzinsen von null Prozent an - am Ende sähen sich die Konsumenten "aber effektiven Jahreszinsen von bis zu 9,49 Prozent gegenüber".

Tabelle: Zinsen

Geschäft Zinsen 2010 Zinsen 2012
     
Baumärkte 11,85 bis 13,01 % 7,68 % bis 9,49 %
Elektrofachmärkte 12,93% 14,90%
Möbelhäuser 11,74 bis 13,34 % 7,37 bis 12,13 %
Versandhandel 21,70% 17,88 bis 21,70 %

Ratenzahlung - das rät die Arbeiterkammer:

Ist die Rate leistbar:Überprüfen Sie, ob Sie sich die vereinbarte Rate auch wirklich über die ganze Laufzeit leisten können. Achten Sie auf Effektivzinsen und Gesamtkosten.Achten Sie auf Kostenfallen:Lassen Sie sich von Begriffen wie "Null-Prozent-Finanzierung" nicht beeindrucken! Oft stecken dahinter hohe Bearbeitungsgebühren oder andere Kosten.Zu den Gesamtkosten können noch Kosten für eine Kreditrestschuldversicherung dazukommen. Lassen Sie sich ausrechnen, wie hoch die Versicherung ist, und wie sie sich auf die effektiven Zinsen und die Gesamtkosten auswirkt.Vergleichen Sie die effektiven Zinsen und den zu zahlenden gesamten Kreditbetrag. Beides muss im Angebot angegeben sein. Der zu zahlende Gesamtbetrag ist leicht zu berechnen: Die Summe aller Raten plus eine etwaige Anzahlung plus alle Gebühren.Rücktrittsrecht:Seit zwei Jahren gibt es bei Verbraucherkrediten ein Rücktrittsrecht. KonsumentInnen können also auch bei einem Ratenkauf innerhalb von 14 Tagen nach Abschluss des Vertrages ohne Angabe von Gründen zurücktreten.Pfändung:Wer sich auf ein derartiges Raten-Angebot einlässt, verpfändet sein gesamtes gegenwärtiges und zukünftiges pfändbares Arbeitseinkommen zur Sicherstellung sämtlicher Ansprüche.

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