Estée Lauders Enkelin Jane im Interview

Estée Lauders Enkelin Jane im Interview
Unlängst war Jane Lauder in Wien, um die neue “Plantscription Eye Cream” von Origins vorzustellen. Wir hatten das Vergnügen, mit Estée Lauders Enkelin einen ausführlichen Beauty-Talk führen zu dürfen.

Wollten Sie eigentlich schon immer im Estee-Lauder-Konzern arbeiten?
Als ich jünger war, wusste ich noch nicht genau, was ich später einmal machen wollte, wie alle Jugendlichen. Aber natürlich schätze ich mich sehr glücklich, in einem Umfeld aufgewachsen zu sein, in dem Mode, Beauty und Popkultur so wichtig sind, das ist großartig. Als ich dann während des Sommers immer wieder Praktika im Konzern machte, wusste ich, dass ich später etwas machen wollte, das ich wirklich liebte.

Was ist das Wichtigste, das Sie von Ihrer Großmutter Estée Lauder gelernt haben?
Sie akzeptierte nie ein “Nein” als Antwort. Sie war sehr bestimmt und glaubte an ihre Produkte, an ihren Standpunkt. Daran muss ich immer denken, wenn wir gerade an einem neuen Produkt arbeiten und es heißt, das und das geht nicht. Und meine Reaktion ist: “Na, dann findet eben einen Weg.”

Ein weiteres Lebensmotto meiner Großmutter war: “Sie haben nur ein Gesicht, deshalb sollten Sie es pflegen.” Viele Frauen investieren so viel Geld in Schuhe und Taschen, aber weder Zeit noch Geld in Hautpflege. Dabei ist das Gesicht, so lustig das jetzt klingen mag, ihr wichtigstes Beauty-Accessoire. Wenn meine Freundinnen also sagen, sie haben keine Zeit für Moisturizer oder ähnliches, sage ich immer: “Dauert doch nur 10 Sekunden, wart mal, ich hab da was für dich.”

Estée Lauders Enkelin Jane im Interview

Ihre Schwester Aerin ist Kreativdirektorin von Estée Lauder, warum haben Sie sich entschieden, für Clinique bzw. Origins zu arbeiten?
Was ich an unserem Konzern mit all seinen unterschiedlichen Brands so schätze, ist, dass jedes Familienmitglied seinen eigenen Bereich haben kann. Das ist auch sehr wichtig, sonst würden wir unter Umständen nicht so leicht miteinander auskommen. Clinique passte damals am besten zu meiner Art von Ästhetik, es ist eine unserer größten Marken und war der beste Ort, um alles über das Business und die dahinterstehenden Prozesse zu lernen. Bei Kosmetik geht es schließlich nicht nur um Marketing, sondern auch um den operativen Aspekt des Beautybusiness, um Produktentwicklung und Markteinführung.

Was würden Sie als Ihre bisher größte Leistung innerhalb des Unternehmens betrachten?
Dass ich für Origins ein großartiges Team zusammenstellen konnte, in dem alle mit viel Begeisterung und großem Engagement für die Marke arbeiten.

Was hat sich in Ihrer Zeit bei Origins verändert?
Origins ist eine Marke mit großer Geschichte. Mein Onkel Leonard sagt immer: “Brands werden nicht kreiert, Brands werden geboren.” Sie entstehen aus einer Idee heraus. Wie Origins, das in den 80er-Jahren gegründet wurde, als viele Menschen genug hatten von “Big Hair” und schnellen Autos und sich nach mehr Natürlichkeit, nach mehr Authentizität sehnten.

Erst unlängst habe ich wieder etwas Neues dazugelernt, als ich unsere Texterin nach dem tieferen Sinn hinter den Origins-typischen Produktbezeichnungen wie “Youthtopia”, “Have A Nice Day” oder “Starting Over” fragte. Und sie sagte, sie wolle damit Menschen zum Lächeln bringen. Weil es gut tut, zu lächeln, und man sich sofort besser fühlt.

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Warum liegen natürliche Beautyprodukte derzeit so im Trend?
Weil sich unsere Umwelt so stark verändert. Denken Sie nur an die Umweltbelastung in Megacities wie Peking oder Schanghai, welche Konsequenzen das für den Lifestyle, die Haut der Menschen dort hat. Die Leute werden immer umweltbewusster, sie wollen genau wissen, welche Nahrungsmittel sie zu sich nehmen, woher diese kommen, wie sich das alles auf ihre Gesundheit auswirkt, sind unglaublich gut informiert.

Was unterscheidet Origins von anderen “natürlichen” Beautybrands?
Wir sind ständig weltweit auf der Suche nach den besten, den wirkungsvollsten Pflanzenbestandteilen. Einer unserer Leitsprüche ist, dass wir aus ganz gewöhnlichen Pflanzenwirkstoffen ganz außergewöhnliche Produkte kreieren. Herauszufinden, welche Wirkstoffkombination die effektivste ist, ist ein bisschen wie Kochen, welche Zutaten ergeben die schmackhaftesten Speisen. Dabei greifen wir auch gern auf traditionelle Heilmethoden zurück.

Ihr liebstes Origins-Produkt?
Das “Modern Friction”-Peeling ist großartig. Und auf meinem Flug nach Wien habe ich die “Drink Up”-Maske aufgetragen, eine wahre Lebensretterin, danach sieht man wieder halbwegs frisch aus (lacht). Auch “VitaZing”, eine Feuchtigkeitscreme mit Sonnenschutz und leichter Tönung, ist ganz toll, die verwende ich am Wochenende statt Foundation.

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Welche Innovation steht als nächstes an?
Produkte, die sich an die Bedürfnisse der Haut anpassen. Die “wissen”, wann Sie mehr Feuchtigkeit brauchen, wann Sie sich draußen aufhalten, was Sie wann benötigen. Unsere Inspiration dafür sind Technologien wie das iPad, die ganz intuitiv auf unsere Bedürfnisse eingehen. So soll Hautpflege in Zukunft funktionieren.

Welche Produkte verkaufen sich in Europa am besten?
Die “Plantscription”-Anti-Aging-Serie. Verwende ich persönlich jeden Tag, weil sie Linien und kleine Fältchen auf natürliche Weise mindert. Wir haben doch alle Angst vor Nadeln und Injektionen, wollen gleichzeitig aber auch keine Falten. Aso ist “Plantscription” die optimale Lösung.

Welche Origins-Produkte sollten in jedem Badezimmer stehen?
“Plantscription” und “Modern Friction”.

Welche Celebritys verwenden Origins?
Wir arbeiten nicht mit Celebrity-Testimonials, obwohl wir von einigen Stars wissen, dass sie Origins-Produkte verwenden. Mundpropaganda ist uns viel wichtiger. Wir haben eine weltweite Origins-Community, die untereinander Tipps und Infos austauscht und uns Feedback gibt, welche Produktneuheiten sie sich wünschen würden oder was man bei bestehenden Produkten optimieren könnte. Als ich zum Beispiel einer meiner Freundinnen “VitaZing” zum Testen gab, schrieb sie einen so euphorischen Facebook-Eintrag, dass alle glaubten, ihr Konto sei gehackt worden (lacht).

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Was macht eine Frau schön?
Selbstvertrauen. Je älter man wird, desto wohler fühlt man sich seiner Haut und desto besser weiß man, was zu einem passt. Und genau das macht die Schönheit einer Frau aus.

Ihre persönliche Beauty-Routine?
Ich bin erstaunlich schnell, 20 Minuten, Reinigung, Feuchtigkeitspflege, fertig. Und abends schminke ich mich immer ab. Selbst wenn ich bereits todmüde im Bett liege, stehe ich nochmals auf. Es dauert ja nur ein paar Minuten, die Haut sieht einfach um so vieles besser aus. Selbst im Flugzeug schminke ich mich immer ab und lege eine Maske auf.

Sonnenschutz?
Ja, besonders wichtig fürs Gesicht. Ich bleibe überhaupt lieber im Schatten.

Lieblingsparfüm?
Oh, das ändert sich ständig. Im Moment liebe ich “Jasmin Rouge” von Tom Ford und “Vanilla & Anise” von Jo Malone.

Bestangezogene Frau?
Meine Schwester Aerin.

Best aussehender Mann?
Mein Mann. Ich gebe ihm ja auch alle unsere Produkte zum Ausprobieren.

Verwenden Männer Origins?
Ja, vor allem, wenn sie bemerken, dass es wirklich etwas bringt. Gut gepflegte Haut wird auch bei Männern immer wichtiger. Und Hautpflege ist ja auch etwas sehr Emotionales, es fühlt sich gut an und riecht gut. Unlängst habe ich in einem Artikel gelesen, dass sich chinesische Männer immer stärker für Hautpflege interessieren, weil sie eine Ehefrau finden wollen. In China kommt auf vier Männer eine Frau, also müssen sich die Männer viel mehr als früher um ihr Aussehen kümmern. Bisher haben Männer Hautpflegeprodukte nämlich eher aus beruflichen Gründen verwendet, um im Job möglichst gut auszusehen. Diese Entwicklung finde ich sehr interessant.

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Verraten Sie uns Ihre Beautytricks?
“Modern Friction” ist einfach großartig, regelmäßige Exfoliation lässt die Haut einfach besser aussehen. Und ohne Concealer verlasse ich nie das Haus.

Ihre Stilikone?
Ich habe keine Stilikonen.

Welches Beautysouvenir bringen Sie aus Europa nach Hause mit?
Normalerweise kaufe ich keine Beautyprodukte, wenn ich in Europa bin, weil ich gerne meine gewohnten Produkte verwenden. Aber ich versuche immer, neue Designer aufzuspüren, die ich in den USA nicht bekommen kann. Das finde ich total spannend.

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