Gefährliches Schweigen

Gefährliches Schweigen
Der Weltsicherheitsrat lässt sich leicht blockieren, die Staatengemeinschaft noch leichter gegeneinander ausspielen.

Gefährliches Schweigen

S eit elf Monaten sieht der Weltsicherheitsrat dem Feldzug von Bashar al-Assad gegen die syrische Opposition tatenlos zu – nicht einmal zu einer klaren Verurteilung der Grausamkeiten konnte er sich bisher durchringen. Und das nur, weil vor allem Russland seine Sonderinteressen in Syrien mit seiner Veto-Macht absichert.

Diese schützende Hand über Assad ist verhängnisvoll: Der Diktator weiß genau, dass der Westen diesmal weder in der Lage noch willens ist, in die Uniform des Weltpolizisten zu schlüpfen; Russland versorgt ihn weiter verlässlich mit Waffen; und alle Sanktionsbemühungen lassen sich mithilfe seiner offenbar alles tolerierenden Partner in Moskau, Peking und Teheran unterlaufen.

Der Fall Syrien zeigt: Der Weltsicherheitsrat lässt sich leicht blockieren, die Staatengemeinschaft noch leichter gegeneinander ausspielen. Das ist alarmierend. Denn wenn es nicht gelingt, akute Konflikte durch gemeinsam aufgebauten Druck einzudämmen, steigt die Gefahr unkontrollierbarer Eskalationen und militärischer Alleingänge.

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