Sentimentaler Wunsch
Der LASK muss sich mit Parndorf um einen Platz in der Ersten Liga streiten.
über die Linzer Hoffnung
Mag sein, dass sentimentales Festhalten an einer Tradition mit unangenehmem Mief von Fäulnis und Vermoderung verbunden ist. Möglich, dass nostalgische Gedanken nur die Flucht sind vor einer zu harten, verdammt unangenehmen Gegenwart.
Apropos: Der LASK muss wieder dort hin, wo er schon einmal war.
Zugegeben, von Schimmel überzogen ist die Geschichte vom ersten Meister, der kein Wiener war. Vor fünf Jahrzehnten hat dies stattgefunden. Glorreiche Linzer Zeiten, 30.000 auf der Gugl, eine Epoche, die sich’s als Erinnerung in den Köpfen bequem eingerichtet hat, eine zutiefst schwarz-weiße Epoche, gezeichnet nur in bunten Farben.
Der LASK war einmal Teil der Bundesliga-Geschichte. Im ständigen Auf und Ab, stets polarisierend, geprägt vom Glauben an eine Tradition, die das Recht auf ewiges Leben vorgaukelte. Ein Klub, der zwischenzeitlich meinte, erfolgreich zu sein, der Skandale produzierte, der sich gefährlich spielte mit seiner Unsterblichkeit. Der sich hemmungslos dem Größenwahn hingab, der am Ende des vergangenen Jahrtausends einen Präsidenten hatte, der zuerst flüchten und dann ins Gefängnis musste. Was folgte? Der LASK ging als "schlafender Riese" in die österreichische Fußball-Geschichte ein.
Sie sind reihenweise verschwunden, die sogenannten Traditionsklubs. In Versenkungen, oder überhaupt im Nirgendwo. Der SK VOEST Linz hat beispielsweise mit "Blau-Weiß Linz" keinen Ersatz, nur einen Nachfolger hinterlassen, der Grazer AK wurde von seiner eigenen Überheblichkeit und Verträumtheit zerbröselt, stets am Abgrund taumeln die Innsbrucker.
So ist es passiert, dass sich die Bundesliga in den letzten Jahren zu einer Vereinigung von "Dorfklubs" verändert hat. Nur mehr drei Landeshauptstädte werden ab Sommer in der höchsten Spielklasse vertreten sein. "Dafür können wir nichts, die Großklubs haben halt schlecht gewirtschaftet", sollte Adi Hütter sagen, als er noch Trainer im kleinen Grödig war. Unwidersprochen.
Der LASK sollte die Chance erhalten, zu zeigen, was er in der Regionalliga gelernt hat. Einer Liga eben, deren Namen schon Begrenztheit vermittelt. Irgendwie ist es höchste Zeit, für eine Rückkehr, für eine Rückmeldung der Stadt Linz. Parndorf? Und Regionalliga? Klingt zumindest nicht verwerflich.
bernhard.hanisch@kurier.at
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