Mehr BLÖsterreich als BÖsterreich

TV-Kritik zur neuen Show mit Nicholas Ofczarek und Robert Palfrader: Der Rest ist Blödelei.
Karl Peternel-Oberascher
Ein Dönerverkäufer telefoniert lautstark in seinem Imbisswagen.

Begleiterscheinung" - der Name ist Programm: In unserem TV-Blog begleiten Sie unsere Autoren durch neue Shows und Serien - zur Orientierung und ganz subjektiv.

Satire braucht den Bezug zur Realität. Sonst verkommt sie mitunter zur reinen Blödelei. Insofern hält "BÖsterreich", die neue Sendung von Nicholas Ofczarek und Robert Palfrader nicht, was vielleicht der Titel, jedenfalls aber die gemeinsame Geschichte der beiden Volksschauspieler (genial in Erinnerung: "Braunschlag") versprochen hätte: Bitterböse sind in "BÖsterreich" nämlich nur die Verkleidungen:

Zwei Männer stehen vor einer Wand, einer mit Turban und Zeitungen, der andere mit einer Broschüre.
Regisseur Sebastian Brauneis versprach "einen Round-Trip zu den Schattenseiten der österreichischen Seele, sehr viel Ehrlichkeit, die manchmal auch weh tut, aber vor allem eine absurde Groteske."

Ofczarek als deutscher Zeitungsverkäufer, mit falschem Sikh-Turban und aufgeklebtem Bart zum Beispiel. Oder als Manager und Unsympathler im astreinen Kärntnerdeutsch.

Der Rest ist pure Blödelei.

Lustig ist das trotzdem. Sehr sogar, wenn der Swingerclub an das Wartezimmer einer Arztpraxis erinnert und sich der Mann im rosa Ganzkörperlatexkostüm schneuzen muss. Herrlich, wie sich die Gesichtsmaske wie ein Luftballon bläht und sich der Rotz im ganzen Wartezimmer verteilt.

Da wartet man eigentlich nur noch darauf, dass Jango Edwards ins Wartezimmer stürmt und sich eine Dose Bier ins Gesicht knallt. Solche Blödeleien gab's sonst nämlich nur bei "Tohuwabohu".

Computer says no

Bleibt abzuwarten, ob sich die Figuren wie beim vergleichbaren "Little Britain" auch noch länger halten und öfter wiederkehren. Vielleicht sogar mit einem typischen Sager? Schön wär's. Leider bleiben dafür nur noch acht Folgen.

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