Gewinnspiele
11.01.2019

Muse haben sich ohne Konzept kreativ befreit

KURIER verlost 2 x 2 Karten für das Konzert von Muse am 29. Mai in der Stadthalle von Graz.

Die „Simulationshypothese“ des Philosophen Nick Bostrom besagt, dass es zumindest eine Möglichkeit ist, dass unsere Zivilisation keine Realität, sondern nur eine Simulation ist. Muse-Frontmann Matt Bellamy hat das Buch des Schweden gelesen, hat das aktuelle Album der Band deshalb „Simulation Theory“ genannt. Am 29. Mai präsentiert das Trio diese Platte beim einzigen Österreich-Konzert des Jahres in der Grazer Stadthalle.

Die Fans können sich dabei auf ein Set freuen, das alle Hits der Band beinhaltet, aber mit den neuen Songs auch eine größere Vielfalt und lockerere, positivere Sounds bietet, als das der vorigen, recht wuchtigen „Drones“-Tour.

Der Grund dafür: Anders als bei „Drones“ hat Bellamy, Textautor und Fan von Verschwörungstheorien, aus seinem neuesten, von Bostrom inspirierten Lieblings-Thema kein Konzept-Album gemacht. Denn, wie Bassist Chris Wolstenholme im Interview mit dem KURIER erklärte, wollten Muse – bis dahin eine der wenigen Bands, die mit Konzept-Werken auch im Streaming-Zeitalter die Album-Kultur hochhielten – kein Album mehr machen.

Sinnlos

„Die Leute hören heute selbst von ihren Lieblings-Acts nur mehr die wichtigsten Tracks, die in den Streamingdiensten ganz oben auftauchen, aber kein ganzes Album von Anfang bis Ende. Bis zur ,Drones’-Tour war es für uns trotzdem immer noch so gewesen, dass zumindest die Hälfte der Leute in der Halle alle Tracks einer neuen Platte kannten, und nicht nur die, die Singles waren. Bei ,Drones’ hatte sich das aber auch für uns geändert. Keiner regierte zum Beispiel auf ,Reapers’, wenn wir das anspielten. Also dachten wir, es ist sinnlos, heutzutage noch ein Album zu machen!“

Der Plan: In den zwei Jahren, in denen Muse nur sporadisch tourten, in den Live-Pausen neue Songs aufnehmen und die, sollten sie Bellamy, Wolstenholme und Drummer Dominic Howard gefallen, sofort veröffentlichen. Das war eine Arbeitsweise, die befreite. „Dadurch, dass wir uns immer nur auf einzelne Songs konzentrierten und sie nicht alle im Sound zusammenpassen und eine thematischer Verbindung haben mussten, waren wir viel kreativer.“

So entstanden doch sehr schnell genug Songs für ein ganzes Album. Für eines, das auch sanfte Einflüsse aus R&B und dem Pop der 80er-Jahre zulässt und deshalb unterhaltsamer als der düstere Vorgänger „Drones“ ist.