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Gewinnspiele
03/05/2020

Frank Turner bringt sein Frauen-Epos nach Wels

KURIER verlost 1 x 2 Karten für das SBÄM-Fest am 9. Mai in Wels, bei dem Frank Turner einer der Hauptacts ist.

von Brigitte Schokarth

„Es ist ein Versuch, mein soziales Leben zu retten!“ Natürlich ist es nur ein Scherz, wenn Frank Turner sein jüngstes Album „No Man’s Land“ so beschreibt. Der britische Singer/Songwriter, der munter Folk, Country, Rock und Punk zusammenmischt, erzählt dabei nämlich in jedem Song vom Leben einer bestimmten historischen Frauen-Persönlichkeit, deren Geschichte er faszinierend findet, die aber sonst nirgendwo erzählt wird. Mit solchen Storys ist der belesene Geschichtsfanatiker aber schnell zum Party-Schreck geworden.

„Wenn ich so etwas irgendwo gelesen habe, bin ich so begeistert davon, dass ich es sofort  weitererzählen will“, erklärte der 38-Jährige jüngst dem Telegraph. „Das Resultat ist, dass ich merke, wie schnell meinen Freunden dabei fad wird und sie eine Fluchtmöglichkeit suchen.“
Anstatt sie weiterzuerzählen schrieb Turner deshalb  jetzt  Songs über diese Storys –  Songs über Frauen wie die byzantinische Prinzessin Kassiani, die ägyptische, feministische Aktivistin Huda Sha’arawi oder Dora Hand, eine amerikanische Dance-Hall-Sängerin, die von Banditen erschossen wurde.

„Ursprünglich stand kein Konzept dahinter“, erklärt Turner. „Ich hatte nur für lange Zeit Songs geschrieben, die sehr persönlich waren, in denen ich mein Innerstes offenlegte. Davon war ich ein bisschen gelangweilt. Und so viel hatte ich danach in dieser Richtung auch nicht mehr zu sagen. Also dachte ich, ich probiere es einmal mit historischen Erzählungen. Und bei der Hälfte des Albums merkte ich, dass alle bisher fertigen Songs von Frauen handelten.“

In der feministischen Welt kam das nicht durchwegs gut an. Turner wurde vorgeworfen, „Mansplaining“ zu betreiben  und die Frauen-Welt dogmatisch und neunmalklug zu belehren. „Ich bin nun mal als Mann geboren, das kann ich nicht ändern“, verteidigt sich der Brite, der Europäische Geschichte studiert hat. „Aber ich kann offen und sensibel mit den historischen und  aktuellen Auswirkungen von Ungleichheit auf unsere Gesellschaft umgehen. Und ich habe ein Publikum und damit mit eine Plattform. Die dafür zu nützen, etwas zu der Debatte über Sexismus und Ungleichheit beizutragen, erscheint mir hilfreich.“

 

Live wird Turner die Songs von „No Man’s Land“ am 9. Mai  beim „SBÄM Fest“ im Alten Schlachthof von Wels vorstellen, bei dem unter anderen auch  Me First & The Gimme Gimmes, Vandals, Strung Out und Flatliners auftreten werden. Alle Infos zum weiteren Programm und die Tickets gibt es unter: http://shop.sbam.rocks

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