Gewinnspiele
08.10.2018

Father John Misty: Besserwisser mit gebrochenem Herzen

Zu gewinnen sind 2 x 2 Karten für das Konzert von Father John Misty am 15. November in der Wiener Arena.

Als das Produkt „eines gebrochenen Herzens und einer Zeit, in der meine Welt zerbrach“ bezeichnet Father John Misty sein im Sommer erschienenes Werk „God’s Favorite Customer“. Dass dieses vierte Album nur ein Jahr nach dem hochgelobten „Pure Comedy“ auf den Markt kam, ist der Dringlichkeit geschuldet. „Ich habe es in nur sechs Wochen geschrieben, in denen ich echt am Boden war“, erzählte er dem Musikmagazin Uncut. „Aufgrund unglücklicher Umstände, die ich nicht näher erklären will, musste ich zwei Monate in einem Hotel wohnen, wobei das Scheiben dieser Songs die Isolation und den Schmerz, die ich in dem Hotel fühlte, erträglich machten.“

Trotzdem klingt der als Joshua Tillman geborene Musiker auf „God’s Favorite Customer“ nicht durchwegs sehnsüchtig und melancholisch. Dieses variantenreiche Singer/Songwriter-Album fusioniert verspielte Anklänge an die Beatles und Bob Dylan mit einfühlsamen Piano-Balladen und triumphalen Midtempo-Songs, die Father John Misty diesmal mit sehr persönlichen Texten krönt.

Damit ist „God’s Favorite Customer“ das Gegenteil von „Pure Comedy“, bei dem der Amerikaner, der von 2008 bis 2012 Drummer der Fleet Foxes war, mit einem mit Streichern angereichertem Sound komödiantisch und bissig die Gier und die Scheinheiligkeit von Gesellschaft und Politik in der Zeit von Sozialen Medien und Donald Trump aufs Korn nahm.

 

Dieser komödiantische Aspekt war der Grund dafür, dass sich Tillman nach dem Ausstieg bei den Fleet Foxes das Pseudonym Father John Misty zulegte. Schon vor der Karriere mit der Band veröffentlichte er melancholische , sehnsüchtige Solo-Alben unter dem Namen J. Tillman. Doch dieser Stil wurde ihm bald zu eng.

„Als Kind wollte ich einer dieser ernsthaften Songwriter sein, die in Musikerkreisen höchst anerkannt , aber in der Öffentlichkeit nicht so bekannt sind. Ich spielte derartige Musik für Jahre und konnte bei Konzerten in den Augen der Leute sehen, wie sie dabei in ihre eigene Gedanken-Welt abdrifteten. Dann begann ich eines Tages zwischen den Songs Witze zu erzählen – und auf einmal hatte ich die ungeteilte, gespannte Aufmerksamkeit meines Publikums. Da wurde mit klar, dass ich diese romantische Vorstellung vom anerkannten, ernsthaften Singer/Songwriter loslassen musste. Ich bin immer schon ein Klugscheißer und zynischer Besserwisser gewesen. Ich realisierte, dass ich anfangen musste, meinen Sinn für Humor und meine echte Art zu kommunizieren in meine Musik einzubringen. Denn damit konnte ich etwas haben, das exklusiv meines ist und nicht länger nur der beste Versuch, eine vorgegebene Idee ernsthaft und ehrenhaft nachzuahmen.“