Gewinnspiele
27.10.2018

Dialogführung - DOUBLE AMERICANISMS in der Secession

KURIER und Secession verlosen 10 x 2 Teilnahmeplätze für die exklusive Abendführungführung durch die Ausstellung „Double Americanisms“ am 23. November 2018 um 18 Uhr.

Der amerikanische Westen und Los Angeles liefern Ed Ruscha die Motive, die er seit mittlerweile sechs Jahrzehnten in Gemälden, Fotoserien und Künstlerbüchern festhält und die vor allem im Gesamtblick auf sein umfangreiches und vielgestaltiges Oeuvre nichts weniger als das Porträt einer Nation darstellen. Ed Ruscha, geboren 1937 in Omaha (Nebraska), lebt und arbeitet in Los Angeles.

Durch die neue Ausstellung im Hauptraum der Secession führen die Kuratorin Bettina Spörr und KURIER-Kulturredakteur Michael Huber.

Ed Ruscha

Double Americanisms

16. November 2018 – 20. Januar 2019

Ed Ruscha prägte ab den 1950er-Jahren die Kunstentwicklung in den USA und mit ihr das aktuelle Verständnis von Gegenwartskunst entscheidend mit. In Abgrenzung von der gestischen Malerei des amerikanischen abstrakten Expressionismus entwickelte er seine künstlerische Praxis zwischen Minimalismus, Pop Art und Konzeptkunst. Recherche, Innovation und Experiment sowie kritische Distanz und eine rationale und nicht-emotionale Haltung prägen seinen Stil.

Ruscha hat sich mit Werken wie Twentysix Gasoline Stations (1963) und Every Building on the Sunset Strip (1965) in die Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts eingeschrieben. Mit sachlich aufgenommenen und in Künstlerbüchern, die er selbst konzipierte und herausgab, indexikalisch angeordneten Fotografien erstellte er Verzeichnisse des Lebens in Los Angeles und der amerikanischen Westküste. Die konzeptuellen Künstlerbücher machten ihn zu einem Vorreiter der Konzeptkunst. Ruschas Malerei, die den größten Teil seiner künstlerischen Praxis ausmacht, zeichnet sich durch formale Reduktion und Strenge aus sowie durch die Zurücknahme gestischer und expressiver Formen. Der amerikanische Westen und Los Angeles sind seine zentralen Motivquellen, meist verschränkt mit gemalten Worten und Sätzen.

Neben Jasper Johns nennt Ruscha Futurismus und Dadaismus als wichtige Bezugspunkte seiner Arbeit. In ihrer Abkehr vom Naturalismus propagierten die Futuristen die Schönheit der technischen Welt und die ästhetische Idealisierung der Maschinen, denen sie den Vorzug gaben vor den natürlichen Dingen. Mehr noch als von den italienischen Futuristen fühlte sich Ruscha von der dadaistischen Kunst und ihrem Spiel mit Absurdität und Paradox angesprochen.

Künstler wie John Baldessari, Douglas Huebler, Joseph Kosuth, Jan Dibbets und John Hilliard, die seit dem Ende der 1960er-Jahre unter dem Label Conceptual Art gemeinsam ausgestellt wurden, produzierten zeitgleich ähnliche Arbeiten und griffen die vordergründig banalen, zum Teil ironischen, zum Teil pseudowissenschaftlichen Verfahrensweisen Ruschas auf und entwickelten diese weiter. Nicht durch die Degradierung der Fotografie zum schlichten Aufzeichnungsinstrument, sondern über das konzeptionelle Vorgehen und die Wahl der Bildgegenstände wird Ruscha auch zu einem Wegbereiter künstlerischer Fotografie.