Gewinnspiele 08.06.2018

Chvrches: MeToo stoppte nicht die Gewalt-Drohungen

© Bild: Jack Plunkett/Invision/AP

Zu geinnen sind 2 x 2 Karten für das "Ahoi! The Full Hit Of Summer"-Festival mit Chvrches und The National in Linz.

Bei einer Runde durch diverse amerikanische Sommer-Festivals hat die schottische Band Chvrches Matt Berninger der Frontmann von The National einst kennengelernt. Man mochte einander, blieb in Kontakt. Deshalb bat Chvrches-Sängerin Lauren Mayberry Berninger, ob er für ihr eben erschienenes Album „Love Is Dead“ etwas aufzunehmen könnte.

„Wir hatten den Song , My Enemy’ fertig“, erzählt Mayberry im Interview mit dem KURIER. „Aber immer wenn wir ihn hörten, dachten wir dabei an Matt, weil seine erzählerische Art zu singen so gut dazu gepasst hätte. Schließlich schrieb ich ihm. Innerhalb einer halben Stunde schrieb er zurück: ,Ich mache das sehr gerne.’“

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Frustration

Gut möglich, dass Chvrches und Berninger diesen Song auch am 11. Juli im Donaupark in Linz zusammen singen. Denn an dem Tag sind beide Bands für das „Ahoi! The Full Hit Of Summer“ gebucht: The National als Headliner, Chvrches als Co-Headliner.

Mayberry und ihre Mitstreiter Iain Cook und Martin Doherty werden dabei natürlich auch andere Songs aus „Love Is Dead“ vorstellen. Damit fusioniert das Trio gekonnt Indie-Electronica-Sounds mit Radio-Pop und Anklängen an die 80er-Jahre. Und nichts davon ist so resigniert, wie der Album-Titel andeuten könnte.

„Bisher habe ich immer über die romantische Liebe geschrieben“, erklärt die 30-Jährige. „Das war immer ehrlich, aber diesmal wollte ich die Frustration ausdrücken, die ich spüre, wenn man darüber nachdenkt, in was für einer Welt wir zur Zeit leben. Darüber, dass keiner irgendwelche Antworten auf all die Fragen zu den aktuellen Problemen hat. Diesmal wäre mir alles andere als unehrlich vorgekommen!“

Glaubt sie, dass die Liebe tot ist? „Es ist auf jeden Fall ein gedachtes Fragezeichen hinter diesem Titel. Wir haben lange darüber gesprochen und wissen auch, dass es ein sehr theatralisch ist. Aber manchmal habe ich wirklich das Gefühl, dass die Liebe tot ist. Und manchmal auch nicht.“

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Chvrches: Martin Doherty, Lauren Mayberry, Iain Cook (v. li.) © Bild: Danny Clinch/Universal Music

Langer Weg

Ein Thema, das Mayberry früher oft aufgriff, Frauenfeindlichkeit und sexuelle Belästigung, hat sie auf „Love Is Dead“ in den Song „Heaven/Hell“ gepackt. Denn nachdem # MeToo das Thema in eine breitere Öffentlichkeit gebracht hat, ist es ihr vor allem wichtig, wie es danach weitergeht.

„Es reicht nicht, ein Feministin-T-Shirt zu tragen. Das Verhalten muss sich ändern. Ich werde immer wieder gefragt, was hat #Me Too geändert. Und ich wünschte, ich könnte sagen: ,Die Leute haben sofort aufgehört, mir Botschaften mit Vergewaltigungs-Drohungen zu schicken!’ Aber so läuft das leider nicht. Was sich geändert hat, ist, dass ich mich nicht mehr dafür rechtfertigen muss, über Sexismus zu sprechen. Das ist schon mal gut. Trotzdem ist es noch ein langer Weg.“

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( kurier.at , schoki ) Erstellt am 08.06.2018