Tee ohne Koffein, der wirklich nach Tee schmeckt

Green tea
Foto: Getty Images/iStockphoto/kazoka30/iStockphoto Nie wieder eine schlaflose Nacht.

Zürcher Forscher fanden eine Möglichkeit, Koffein ohne chemische Lösungsmittel herauszulösen.

Wer am Abend nicht auf schwarzen oder grünen Tee verzichten will, riskiert eine schlaflose Nacht. Eine Alternative wären entkoffeinierte Varianten. Dafür brauchte es jedoch bisher Verfahren mit chemischen Lösungsmittel, um die Qualität zu erhalten. Diese sind zwar unbedenklich und werden anschließend wieder entfernt, dennoch wären natürliche Verfahren wünschenswert.

Das nahmen Forschende der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften zum Anlass, ein schonendes Verfahren zu entwickeln. Damit lässt sich gezielt das Koffein entfernen, während die anderen Inhaltsstoffe erhalten bleiben.

Aktivkohle entzieht das Koffein

Forschende der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW haben ein solches entwickelt, das ohne chemische Lösungsmittel auskommt: Dafür verwenden sie nur Wasser, um ein Extrakt des Tees herzustellen. Diesem wird anschließend mithilfe spezieller Aktivkohle das Koffein gezielt entzogen. Das Produkt dieses Prozesses – quasi ein gesättigter Teeaufguss minus Koffein – dient anschließend als natürliches Lösungsmittel für die Entkoffeinierung des Tees.

Die optimale Aktivkohle und passende Bedingungen zu finden, sowie das Verfahren für eine Prototyp-Anlage hoch zu skalieren, dauerte insgesamt rund sieben Jahre im Rahmen zweier von der Kommission für Technologie und Innovation (KTI) unterstützter Projekte, verriet ZHAW-Forscher Carlo Weber.

Weitere Tests für guten Geschmack

woman's hands holding a cup of coffee close-up Foto: elenaleonova/iStockphoto Das Endprodukt des neuen Entkoffeinierungsverfahrens testeten zum einen er und seine Kollegen mit Analyseverfahren im Labor. Zum anderen prüfte der Industriepartner des Projekts, der Teehersteller Infre, die sensorische Qualität. Mit gutem Ergebnis. Vom Prototyp-Maßstab bis zur industriellen Herstellung ist es jedoch noch ein großer Schritt, der Zeit braucht.

"Tee ist extrem vielfältig und wir wollen das Verfahren für möglichst viele Teesorten anwendbar machen", sagte Weber. "Bei einigen Sorten schneiden wir schon sehr gut ab, bei anderen arbeiten wir weiter an Verbesserungen."

Zwar gab es bereits zuvor natürliche Verfahren zur Entkoffeinierung von Tee, beispielsweise mit superkritischem Kohlendioxid oder dem natürlichen Lösungsmittel Ethylacetat. Allerdings sind diese sehr energieintensiv und deshalb nicht wirtschaftlich, oder erreichen nicht die gewünschte Qualität des Endprodukts.

(APA / kaa) Erstellt am
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