Feinschmecker
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© Jeff Mangione

Ausgezeichnet werden & ausgezeichnet essen

Wie Erwin Steinhauer Feinschmecker des Jahres wurde

Ein Genussmensch wurde eben dafür ausgezeichnet: Erwin Steinhauer ist Gault Millau Feinschmecker des Jahres 2013.

06/28/2013, 08:45 AM

Das Wiener Steirereck. Eine kleine Irritation nach dem dritten oder vierten Gang. Es war, als würde das Haus nach den fein ziselierten Gemüsigkeiten jetzt Fleischlaberl mit Ketchup servieren.

Vielleicht, dass dem einen oder anderen der honorigen Gästeschar ein paar Mikrosekunden der Schock ins Gesicht geschrieben gestanden ist.

Laudator Fritz Karl war am Wort mit dem Satz: "Ich scheiß auf die Laudatio."

Nicht die Chioggia Rübe mit Duftrosen hatte ihn zu diesem verbalen Ausfallschritt veranlasst und auch nicht der Veltliner aus dem Hause Jurtschitsch. Es war die tiefe Freundschaft zum Ausgezeichneten des Abends, dem dieser Abend im Steirereck gewidmet war. Denn, so Karl weiter: "Es ist mir unmöglich, für jemanden eine Laudatio zu halten, den ich schon so lange und so gut kenne."

Man habe schon viel miteinander auf der Bühne gestanden, hörten die Gäste dann, noch mehr aber im Freundschaftskreis gute und große Weine getrunken. O-Ton Karl über den Genussmenschen Steinhauer: "Als du einmal für eine Zeitlang dem Wein entsagtest, hatten die tollen Weine in deinem Keller endlich mal die Gelegenheit, den passenden Reifezeitpunkt zu erreichen."

Eine seltene Chance, wie Herr Karl dann auch gleich einräumte. Um das dankbare Publikum danach mit der Imitation der verschiedenen "Ahhhh"-Genusslaute zu amüsieren, mit denen sein Freund Steinhauer an unterschiedlichen Tageszeiten diverse feste und flüssige Genüsse zu quittieren pflegt. Großes Theater, wenn Schauspieler gemeinsam zum Feiern gehen.

Erwin Steinhauer bedankte sich höflich und ein wenig gerührt beim Freund und bei Karl und Martina Hohenlohe, die ihn dieses Jahr für eine Auszeichnung für sein kulinarisches Lebenswerk würdig befanden, das genau genommen aus nichts anderem besteht als ein Leben lang gut zu trinken, gut zu essen und gut zu kochen.

Er nannte sich selbst einen Gourmemand. Ein bisschen sei er ein Gourmet, so Steinhauer, der das Feine und das Kosten liebe, vor allem aber sei er ein Gourmand, der sich auch über größere Portionen nicht zu beschweren beliebe.

Die Stimmung war somit auf 4-Hauben-Level. Gesteigert vielleicht beim einen oder anderen Gast noch durch die Zusichnahme einer bemerkenswert guten Reinanke aus dem Hallstättersee, mit Zucchini, Paprika und Walnussblatt und von einer Delikatesse, wie man sie nur in den wirklich großen Häusern erlebt.

Als die ebenfalls wunderbaren Desserts arrivierten, hatten sich manche Gäste, welche mit zu wenig Sitzfleisch ausgestattet sind, schon zurückgezogen.

Nicht so der schon vor langer, langer Zeit als Feinschmecker des Jahres ausgezeichnete Wilhelm Holzbauer, wie immer gemeinsam mit seiner Mari, der tapfer ein Grappaglas schwenkend den letzten Tisch des Abends verteidigte. Man prostete einander noch da und dort zu und verließ später das Steirereck in der Sicherheit, einen der besseren Abende verbracht zu haben.

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