Welcher Wein passt zu Mendelssohn-Bartholdy?
Darf’s zum Klaviertrio vielleicht ein Glas Wein sein? Aber ja. Ein neues künstlerisches Format war vor kurzem in Wien zum ersten Mal zu erleben. Später Sonntagnachmittag. Der Rittersaal des Palais Niederösterreich in Wien.
Sommerlich gekleidetes Publikum schwänzte den Nachmittag am Teich oder im Bad, um Kammermusik von Eduard Lalo, Kelly Marie-Murphy und Felix Mendelssohn Bartholdy zu lauschen. Allein, sie taten es mit einem Glas Wein in der Hand.
Kein Betrinken mit Musikhintergrund, seriöses Tasting zu ausgewählter Musik der vergangenen Jahrhunderte ist das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen "Voce:Divino" und dem Mastersommelier Alexander Koblinger. "Voce:Dinvino" ist ein Projekt, entwickelt von Chia Chou, Professor für Kammermusik und angewandte Kunst in Graz. Er ist zweifacher Träger des Echopreises, die Mitglieder des Ensembles des Trio Alba gehören zur Zeit zu den angesagten Stars der Kammermusik-Szene.
Für "Voce:Divino" hörte er sich in die Musik so lange ein, bis ihm ein Wein einfiel, der durch das gleichzeitige Hören der ausgesuchten Stücke noch an Qualität gewinnen würde.
Ein paar Takte Beethoven zum Riesling sollten dann auch den Riesling bitterer schmecken lassen. Nur bei diesem Detail konnte der Autor dem Professor nicht gleich folgen.
Zur Musik von Eduard Lalo passte Koblinger ein Riesling vom Weingut Neumayer aus dem Traisental, Jahrgang 2008. Zu den zackigen Eindrücken des Stücks von Kelly Marie-Murphy, die an die Filmmusik der Hitchcock-Streifen aus den 50er Jahren erinnert, war es ein mineralischer Burgunder, ein toller Rully 2008 von der Domaine Vincent Dureuil-Jahnthal und zu Mendelssohn-Bartholdy ein dunkler Shiraz 2010 aus Südafrika vom Weingut Salomon.
Fazit: Premiere hervorragend verlaufen, um Wiederholung wird gebeten.
Kommentare