© FREMD/Fröhlich Christian, Christian Fröhlich

Konsumentenschutz
08/26/2015

VKI warnt vor Aluminium im Laugengebäck

Auf das Backblech kommt es an - 16 von 24 Proben aber im "grünen" Bereich.

Wird Laugengebäck auf Aluminiumblechen in den Ofen geschoben, kann sich das Leichtmetall in den Gebäckstücken anreichern. Darauf wird im Testmagazin "Konsument" hingewiesen, das Laugenbrezel, -stangen und -weckerln untersuchen hat lassen.

24 Stück Gebäck wurden bei Filialen von Bäckereiketten sowie aus den Backwarenabteilungen von Supermärkten eingekauft. Bei 16 Produkten gab es angesichts von Werten im Bereich von zwei bis fünf mg pro kg - und damit im Bereich des natürlichen Aluminiumgehalts von Mehl - nichts zu beanstanden. Die niedrigsten Maße wurden bei Spar, Felzl und Felber ermittelt. Bei vier Proben stellten die Tester einen "mittleren" Aluminiumgehalt fest.

Es kommt auf das Backblech an

"Aluminium steckt von Natur aus in vielen Lebensmitteln, aber auch in Verpackungen, Kosmetika und einigen Arzneimitteln. Umso unnötiger ist es, wenn Lebensmittel noch zusätzlich mit Aluminium belastet werden, dies aber leicht verhindert werden könnte", meinte dazu VKI-Ernährungswissenschafterin Katrin Mittl. "Wird Laugengebäck auf Aluminiumblechen gebacken, kann die Natronlauge, welche für die charakteristische Färbung und den Geschmack sorgt, das Metall aus den Blechen herauslösen. Mit der Verwendung von beschichteten Aluminiumblechen oder besser noch Blechen aus Edelstahl oder Stahlblech wäre dieses Problem beseitigt." Aluminiumbleche werden gerne verwendet, weil sie die Backzeit verkürzen.

Bayrische Grenzwerte

Über einen Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Aluminium und dem Auftreten von Alzheimer oder Brustkrebs wird schon lange spekuliert, gesicherte Studien gibt es keine. Die Tester des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) sind sich aber sicher: Je weniger man aufnimmt, desto besser. In Bayern, wo Laugenbrezen ja quasi zu den Grundnahrungsmitteln gezählt werden, gibt es seit 1999 einen Grenzwert von zehn Milligramm Aluminium pro Kilogramm Laugengebäck (Frischgewicht). Der höchste gemessene Wert im VKI-Test lag bei 214 mg/kg.

Über dem bayerischen Grenzwert lagen die Erzeugnisse von zwei Anbietern. In einem Fall wurden 11,5 bzw. 12,6 mg Aluminium pro kg Gebäck festgestellt. "Diese beiden Laugenstangen würden in Bayern von den Behörden als nicht für den Verzehr geeignet beurteilt werden", so die Konsumentenschützer. "Geradezu jenseitig" seien die Werte im zweiten beanstandeten Fall: 73,7 bzw. 214,2 mg Aluminium pro kg Frischgewicht sei "im Extremfall die 20-fache Menge dessen, was hinter der österreichisch-bayerischen Grenze gerade noch zulässig ist". Selbst bei einer solchen Belastung ist laut AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) allerdings mit keinen akuten gesundheitlichen Folgen zu rechnen.

Ministerium plant neue Regeln

Die betroffenen Bäckereien haben laut VKI bereits die Produktion umgestellt bzw. die Kontrollen verschärft. Das Gesundheitsministerium will eine neue Leitlinie zur Herstellung von Laugengebäck vorlegen. Noch davor sollen die Bäcker erneut darauf hingewiesen werden, dabei keine Aluminiumbleche zu verwenden. Außerdem soll die AGES einen sogenannten Aktionswert definieren. Wird dieser überschritten, sollen Gespräche mit Produzenten geführt werden, wie hohe Gehalte abgesenkt werden können.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.