Viel Schlagobers gehört zum Wiener Eiskaffee.

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Sommer
06/07/2016

So gelingt der echte Wiener Eiskaffee

Filterkaffee oder Mokka? Wir haben bei Experten nachgefragt.

von Anita Kattinger

In der Stadt der Kaffeehaus-Tradition können eiskalte Trends wie Cold Brew dem Wiener Eiskaffee (bisher) nichts anhaben. Kaffeeröster und zweifacher Barista-Staatsmeister Nikolaus Hartmann stellt eine berechtigte Frage: "Aber was ist schon ein echter Wiener Eiskaffee?" Ein Blick auf die Karte von traditionellen Kaffeehäusern und ein Blick in Geschichtsbücher lässt hier keinen Zweifel aufkommen: schwarzer Kaffee, Vanilleeis und viel Schlagobers. Ebenso oft zu finden ist ein "gerührter Eiskaffee", für diesen wird das Eis mit heißem Kaffee verrührt und dann serviert.

Der Kaffeesieder Milani servierte den Wienern den ersten Eiskaffee im Jahr 1790. In seinem "Limonadezelt" – nach heutigem Verständnis ein Schanigarten – am Kohlmarkt gab es Erfrischungsgetränke und Gefrorenes. Damals löffelten die Wiener Himbeer-, Zitronen-, Schokolade- und das für den Eiskaffee erforderliche Vanilleeis.

Was braucht es für den perfekten Eiskaffee?

Food & Beverage-Manager Christian Fox im Sacher: "Eigentlich ist es reine Geschmackssache, ob man einen Mokka oder einen Filterkaffee verwendet. Im Allgemeinen kann man aber sagen, dass die Menge eines Mokkas für einen Eiskaffee nicht ausreichen würde, von daher wäre wenigstens ein Verlängerter notwendig. Wichtig ist vor allem, dass ein gut gebrühter Kaffee verwendet wird, der geschmacklich einwandfrei ist, da er ja neben dem Vanilleeis einen Großteil des Geschmacks ausmacht."

Hartmann empfiehlt Bohnen aus Zentral- und Südamerika, deren nussigen und schokoladigen Aromen gut zum Vanilleeis passen. Damit der Eiskaffee nicht zu süß schmeckt, würde er zu einer mittleren Röstung greifen. "Ich persönlich biete lieber einen Affogato al caffè an. Hierbei wird ein heißer Kaffee über eine Kugel Vanilleeis gegossen und dann gelöffelt." Daher auch der Name, denn "affogare" bedeutet im Italienischen "ertrinken". Ebenso wenig Aufwand bereitet laut Hartmann ein "Pour-Over-Coffee": Frischen Kaffee einfach in eine Kanne mit Eiswürfel leeren und genießen.

Im Sacher muss der Kaffee vorher erkalten, bevor er ins Glas kommt, da sonst die spezielle Kombination aus dem flüssigen Kaffee und dem festen Eis verloren ginge. Der internationale Gast sei übrigens oft erstaunt, was man in Wien unter einem Eiskaffee versteht: "Es kommt stark darauf an, aus welchem Land die Gäste kommen. Die meisten amerikanischen Gäste erwarten einen Iced Coffee, Asiaten wissen hingegen Bescheid. Gerade im Sommer ist der Eiskaffee ein sehr oft gewünschtes Getränk", meint Fox.

Rezept Wiener Eiskaffee:
2 Kugeln Vanilleeis, 150 ml kalter Filterkaffee, Schlagobers, Waffeln

Zuerst den Filterkaffee aufbrühen und auskühlen lassen. Anschließend Vanilleeis mit Kaffee übergießen und mit Schlagobers, Waffeln und Kakaopulver dekorieren.

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