Genuss 16.03.2017

Weltpremiere: Geflügelfleisch aus der Petrischale

© Bild: Memphis Meats

Mahlzeit: Silicon-Valley-Unternehmen züchtete Hühner- und Entenfleisch im Labor.

Der Hunger auf Fleisch wird immer größer – laut Berechnungen werden im Jahr 2050 neun Milliarden Menschen auf der Erde leben. Damit wird sich der Fleischkonsum im Vergleich zum Jahr 2000 verdoppeln und die Nachfrage enorm steigen. Die US-Firma "Memphis Meats" hat nun das welterste, in der Petrischale gezüchtete, Geflügelfleisch entwickelt – ein Huhn- bzw. Entenfleischersatz aus Zellen im Labor. Jetzt wurden beide Fleischsorten erstmals verkostet – es soll tatsächlich nach Huhn bzw. Ente schmecken.

Fleisch für die Welt - und für das Weltklima

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© Bild: Memphis Meats
Der Markt dafür scheint enorm: In den USA ist Hühnerfleisch beliebt und gilt als wichtige Proteinquelle, Ente wiederum spielt bei chinesischen Konsumenten eine große Rolle. Mit der Entwicklung des Laborfleischs würde sich die Hühner- oder Entenzucht erübrigen. Die Silicon-Valley-Firma hat sich auf die Entwicklung von Laborfleisch spezialisiert – ihr erklärtes Ziel ist es, die Art und Weise des Fleischgenusses zu verändern. Der Fleischersatz wird aus Zellen von Tieren hergestellt, aber ohne Mast und Schlacht. Dies sei gut für die Umwelt und würde den Treibhauseffekt reduzieren, so die Behauptung.

Labor-Rindfleisch: ein wenig zu trocken

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© Bild: Memphis Meats
Bereits im Jahr 2016 stellte Memphis Meats ein "In-vitro"-Fleisch-Rindfleischbällchen vor. In fünf Jahren sollen Produkte wie Hamburger, Hotdogs oder eben Ente und Huhn marktreif sein und in den Verkaufsvitrinen liegen. Weltweit wird mit Fleisch aus der Petrischale experimentiert. Im August 2013 präsentiertenForscher der Uni Maastricht einen Burger, dessen Fleisch (Rind) im Labor "wuchs". Das damalige Urteil der Testesser fiel aber etwas zurückhaltend aus: Das Fleisch war zu trocken. Die österreichische ErnährungswissenschaftlerinHanni Rützer, die den Hamburger exklusiv verkosten durfte, meinte auch, dass dem Fleisch noch das gewisse Etwas fehle. Und das, obwohl die Entwicklung der Kunst-Delikatesse 325.000 Dollar gekostet hatte.
( kurier.at , GK ) Erstellt am 16.03.2017