© Alexander Rabl

Interview
10/24/2013

Salzburg: Wirte als Kulturförderer

Im Gespräch mit Andreas Gfrerer über Kultursponsoring durch die Gastronomie am Beispiel des Jazzfestivals Jazz in the City.

In Salzburg wären viele kulturelle Events ohne die rege Beteiligung von Gastronomen in ihrer Dimension gar nicht möglich. Zum Beispiel das Festival "Jazz in the City", welches voriges Wochenende Zehntausende in die Salzburger Altstadt lockte. Der KURIER traf Andreas Gfrerer ("Blaue Gans") zu einem Gespräch über das Vergnügen an der Kunst und die Unmöglichkeit eines kulturlosen Daseins in der Salzburger Gastronomie.

KURIER: Warum braucht es Gastronomen als Unterstützer eines Festivals wie "Jazz im Herbst"?

Gfrerer: Die öffentliche Hand zieht sich immer mehr zurück, das ist einer der Gründe. Es hat aber auch Vorteile, nämlich weniger Reibungsverluste. Man muss nicht zehn Funktionäre um ein Okay bitten.

Das Jazzfestival und andere Veranstaltungen dieser Art in Salzburg haben ja unter anderem den Vorzug, dass man zwischen der Musik nicht Bier aus der Dose trinken, lauwarme Würstel essen und sich die Hosen im nassen Boden ruinieren muss.

Ja, wir sind das schönste Festivalgelände der Welt und das nicht nur im Sommer. Und wir haben eine leistungsfähige Gastronomie.

Die blaue Gans und andere Lokale wie m32 oder die beiden Mateschitz-Betriebe Afrocafé und Carpe Diem stellen Ort und Logistik vollkommen gratis auf die Beine. Ganz uneigennützig handelt ein Gastronom aber doch nicht, oder?

Ich bin hier geboren und aufgewachsen und es ist klar, dass ich den Standort weiterentwickeln will. Andererseits habe ich auch privat eine große Affinität zur Kunst. Wir bieten rund um die Konzerte eigens komponierte Angebote zum Essen, zum Beispiel Menüs zwischen zwei Events und so. Also kommt da und dort auch etwas herein. Aber das ist nicht der Zweck Geld zu verdienen: Ich finde, so wie ich mit meinem Hotel und Restaurant die Individualität bewahren möchte, soll das auch die Stadt machen. Und Kultur ist nun mal die Sache Salzburgs.

Und das Jazzfest nimmt sich neben den Sommerfestspielen wie ein Volksfest aus.

Viele kommen, sehr viele. Manche Vorstellungen sind hoffnungslos ausgebucht und manche, die zu spät bestellt haben, sind enttäuscht. Das bringt sicher der Anspruch mit sich, alles gratis anzubieten, dass es halt immer mehr Menschen sind, die kommen. Aber so soll es sein.

Es sind auch ziemlich viele Junge da. Nur wegen des Gratisgedankens?

Die interessieren sich dafür. Wir in Salzburg merken sogar im Sommer trotzdem, da nichts gratis ist, dass die Musik der Moderne besonders gut geht. Wer Haydn und Mozart hört, will auch mal was anderes.

Ihr Restaurant und Hotel sind voll mit Kunst, Sepp Schellhorn vom m32 veranstaltet seit zwei Jahren ein Thomas-Bernhard-Fest in Goldegg. Ist das ein Trend, dass Kunst und Gastronomie gemeinsame Wege gehen?

Zumindest bringt es da und dort Vorteile. In der Pause der Abschlussveranstaltung im Landestheater brachte Sepp Schellhorn Erdäpfelgulasch. Den Leuten hat's geschmeckt.

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