Genuss
23.09.2017

Salz & Pfeffer: Meissl & Schadn

Das neue Meissl & Schadn: Vielleicht nicht originell, aber beliebt und seit dem ersten Tag voll.

Vor zwei Jahren eröffnete der innovative Hotelier Florian Weitzer das Hotel „Grand Ferdinand“. Teil davon war auch das gleichnamige Restaurant, in dem Altwiener Küche auf hohem Qualitäts- und Preis-Niveau geboten wurde – was aber nur für mäßige Begeisterung sorgte. Deshalb zündete man nun die nächste Stufe. Zuerst gab Florian Weitzer dem Restaurant einen neuen Namen: „Meissl & Schadn“ hieß ein legendäres, 1945 abgebranntes Hotel am Neuen Markt, dessen Restaurant als das „Rindfleisch-MekkaWiens galt; der Name war zwar geschützt, wurde aber nicht verwendet, Weitzer klagte und gewann. Außerdem installierte man eine Schauküche direkt hinter der Glasfassade zum Ring. Hier wird „in der Auslage“ nun Apfelstrudel gerollt und Schnitzel geklopft – eine kleine, touristische Sensation. Und man besorgte einen schönen, altmodischen Servierwagen, in dem das gekochte Rindfleisch in heißer Suppe warm gehalten wird. Beginnen kann man mit so genannten „Assietten“, etwa einem tadellosen Rahmherz mit Bröselknödel oder knusprig-flaumigen Erdäpfel-Selchfleisch-Kroketten (je 3,50 €). Das gesottene Rindfleisch aus dem Wagen kommt mit den klassischen Beilagen, Zunge herrlich, Tafelspitz sehr gut (aber zu wenig Fett-Rand!), Schulterscherzl tadellos, Beinfleisch etwas trocken
(19,80 €). Der Star ist natürlich das Kalbsschnitzel aus der Schau-Küche, in Kaisersemmel-Bröseln paniert und in Schmalz (auch Butterschmalz oder Öl) gebacken – sicher eines der Top-25-Schnitzel in Wien (17,80 €). Vielleicht nicht ganz original, aber das neue Meissl & Schadn ist seit dem ersten Tag voll.

Meissl & Schadn,
Wien 1, Schubertring 10-12,
Tel. 01/902 12-0,
Mo-So 12-01,
www.meisslundschadn.at

Max.
Küche 26 35
Keller 5 10
Service 13 15
Atmosphäre 15 15
Preis/Wert 15 20
Familie 2 5
76 100

florian.holzer@kurier.at