Genuss
26.08.2017

Salz & Pfeffer: Landgasthaus Holzpoldl

Eine Linzer Institution ist gerettet worden.

Das Gasthaus Holzpoldl war eine Institution: eines der letzten, typischen Ausflugsgasthäuser im Linzer Umland, von den Städtern ebenso gern besucht wie von den Mühlviertlern. Vergangenen Herbst zwang ein Burn-out Wirt Gerhard Fehrer zur Schließung, die Zukunft des Gasthofs war ungewiss. Und sie wurde prachtvoll: Mit Juni übernahm nämlich Manuel Grabner den ehemaligen Gutshof, und der ist nicht nur Sohn des Starkochs Rudolf Grabner, sondern war seit sieben Jahren Küchenchef im Luxushotel Rote Wand in Lech am Arlberg, dort zuletzt mit drei Hauben ausgezeichnet. Und genau das ist es, was er hier nicht mehr machen will, sondern richtiges Essen für echte Leute kochen. Da kommt etwa eine mit Dashi und Birnen-Balsamico gebeizte Lachsforelle aus dem Aisttal mit Avocado, und die ist einfach nur zart und frisch und intensiv und sehr viel besser als das roh marinierte Fische sonst sind (14,– €). Das glasierte Kalbsbries mit Essigsultaninen und karamellisiertem Zwiebel-Brioche geriet vielleicht etwas süß (14,– €), die Brennnesselschaumsuppe etwas schaumig, dafür war das kleine Selchfleischknöderl darin umso besser (6,–€). Saltimbocca vom Lammrücken mit selbst gemachter Lamm-Salsiccia (eigentlich eine Merguez, aber da wollen wir im Mühlviertel jetzt nicht so sein ...) und flaumigem Zucchini-Küchlein war grandios (29,– €), und dass man außerhalb Wiens je ein so köstliches Paprikahenderl bekommt – intensive Paprikasauce, unendlich lockere Butternockerln und kühle Sauerrahm-Cremolata – hätte man nicht für möglich gehalten (14,– €). Die Gastwirt-Werdung des Spitzenkochs ist jedenfalls gelungen.

Landgasthaus Holzpoldl,
4040 Lichtenberg, Am Holzpoldlgut 2,
Tel: 07239/6225,
Do-So 11.30-15, Mi-So 18-23,
www.holzpoldl.at

Max.
Küche 28 35
Keller 7 10
Service 13 15
Atmosphäre 12 15
Preis/Wert 17 20
Familie 5 5
82 100

florian.holzer@kurier.at