Genuss
01.07.2017

Salz & Pfeffer: Enrico Panigl Weinkellerei

Borbola legt eine Küche vor, wie sie in dieses Ensemble nicht besser passen könnte: wienerisch, mediterran, mitteleuropäisch.

Fast 30 Jahre ist es her, dass der gelernte Buchhändler Kurt Heigl die „ Weinkellerei Enrico Panigl“ eröffnete. Und man muss sagen: Stimmungsvollere Lokale haben seither nicht sehr viele aufgemacht, das Gewölbe, der uralte Bretterboden, die Marmor-Bar, die Regale mit historischen Weinflaschen und natürlich das riesige Gemälde an der Rückwand (derzeit Christian Eisenberger) – das war seit jeher die ideale Bühne für Selbstdarstellung jedweder Art. Küche spielte im Panigl nie die ganz große Rolle, das änderte sich aber mit Beginn dieses Jahres, da fing hier nämlich Sebastian Borbola an, der zuvor im „Vestibül“ kochte und voriges Jahr im „Buxbaum“ als Küchenchef sehr gute Figur machte. Borbola legt hier eine Küche vor, wie sie in dieses Ensemble nicht besser passen könnte: wienerisch, mediterran, mitteleuropäisch. Weißer Spargel mit farbenfroher, frisch-gemüsiger Vinaigrette zum Beispiel (9,– €), Spargelcremesuppe mit sehr guten, hausgemachten Prosciutto-Tascherln (6,– €) oder ein schulmäßiges Kalbsrahmbeuscherl aus Lunge, Herz und Zunge, dessen Zutaten Borbola vom letzten Fleischhauer in Favoriten bezieht (9,– €). Wirklich großartig auch das gebratene Seesaiblings-Filet vom Gut Dornau mit Frühkraut und zarter Paprikacreme (19,– €) und noch besser die stundenlang geschmorte Lammschulter mit Ofenparadeisern und gebratenem Grünspargel, butterzart und köstlich (19,– €). Einziger Nachteil: Eilig sollte man’s nicht haben, hier – wunderbar – zu essen, kann ein bisschen dauern.

Enrico Panigl Weinkellerei,
Wien 8, Josefstädter Str. 91,
Tel: 01/406 52 18,
Mo-Sa 18-1,
www.panigl.at

Max.
Küche 28 35
Keller 6 10
Service 14 15
Atmosphäre 15 15
Preis/Wert 18 20
Familie 2 5
83 100

florian.holzer@kurier.at