Genuss
22.04.2017

Salz & Pfeffer: Brunnauer

Eine Villa in Nonntal wurde zum Restaurant.

Kann man sich Salzburgs Gastronomie ohne Richard Brunnauer vorstellen? Nur schwer. Der Mann ist mehr oder weniger der Inbegriff von Restaurant-Kultur in der Festspielstadt, schon 1983 (!) begann er im damaligen „Österreichischen Hof“, dem heutigen Hotel Sacher Salzburg. Weitere Stationen waren der Schlosswirt in Anif, das Restaurant Riedenburg und zuletzt das Restaurant im Magazin in Mülln. Dort lief vor ein paar Monaten der Pachtvertrag aus, weshalb Sybille und Richard Brunnauer die Gelegenheit nützten, ins gerade frei gewordene Villen-Restaurant im Nonntal zu übersiedeln – in dem Jörg Wörther davor (leider) nur kurz kochte und auch Thomas Walkensteiner glücklos agierte. Davon ließen sich die Brunnauers aber nicht beeindrucken. Fast das gesamte Team kam mit, das Restaurant erhielt ein paar stilistische Korrekturen, wirkt jetzt ruhiger, Salon-artiger, ein guter Ort für Richard Brunnauers extra-klassische, im besten Sinne konservative Küche: Ein beispielhaft frischer Frühlingskräutersalat mit Schafgarbe, Vogelmiere, Babyspinat, Radieschen, etwas Avocado-Creme und Büffelmozzarella (17 €), eine Schnitte vom perfekt gebratenen Atlantik-Steinbutt mit Erbsencreme und Salatherz (21 €) oder eine schulmäßige Oxtail-Suppe mit großem, flaumigen Butternockerl (9 €).
Das Milchkalbskotelett wurde perfekt gebraten, hätte aber eine etwas spannendere Beilage als die Babykaröttchen verdient (34 €),
und auch den Klassikern gibt Brunnauer Raum: erstklassige gedünstete Rindsroulade (26 €). Die Preise entsprechen leider dem Salzburger Niveau.

Brunnauer,
5020 Salzburg, Fürstenallee 5,
Tel: 0662/25 10 10,
Mo-Fr 11.30-14, 17-22 (Festspielzeit: Mo-So),
www.restaurant-brunnauer.at

Max.
Küche 28 35
Keller 8 10
Service 14 15
Atmosphäre 13 15
Preis/Wert 14 20
Familie 3 5
80 100

florian.holzer@kurier.at