Genuss
06.11.2017

Nutella: Neue Rezeptur sorgt für Aufregung

Ein Facebook-Posting der Verbraucherzentrale Hamburg deckt Veränderungen an der Rezeptur der beliebten Nuss-Nougat-Creme auf. Das schlägt Wellen.

Süß, zartschmelzend und unverwechselbar im Geschmack: Nutella ist bei Alt und Jung beliebt. Die Verbraucherzentrale Hamburg wies vergangene Woche auf ihrer Facebook-Seite darauf hin, dass die Rezeptur des Schokoladenaufstrichs geändert wurde.

Die Creme aus Zucker, Pflanzenöl, gerösteten Haselnüssen, Kakao, Milchpulver, Sojalecithin und Vanillin wird vom italienischen Konzern Ferrero hergestellt. Der Verbraucherzentrale zufolge würden neuere Gläser der Creme laut Etikett über einen höheren Anteil an Magermilchpulver (8,7 statt 7,5 Prozent) verfügen. Sichtbarer Nebeneffekt: das Nutella erscheint heller.

"Ferrero hat seit vielen Jahren zum ersten Mal erkennbar die Rezeptur von Nutella geändert. (...) Da die Farbe des neuen Nutellas heller ist, gehen wir davon aus, dass mehr Milchpulver auf Kosten von Kakao zugesetzt wurde", heißt es in dem Posting auf dem sozialen Netzwerk. Indiz dafür: Kakao sei in der Zutatenliste nach hinten gerutscht.

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat, wie im Beitrag auf Facebook betont wird, auch den Hersteller mit einer Frage zur veränderten Rezeptur konfrontiert. Man habe jedoch keine Antwort bekommen. Ob auch die Gehalte anderer Zutaten wie Zucker oder Palmöl verändert wurden, ist unklar. Laut Nährwerttabelle stieg der Zuckergehalt auf 56,3 Prozent (vorher 55,9 Prozent), allerdings fiel der Fettgehalt geringfügig auf 30,9 Prozent (vorher 31,8 Prozent). Daran, dass Nutella eine Zucker-Fett-Creme ist, ändert sich auch künftig nichts.

Auf Facebook wurde das Posting bisher fast 300 Mal kommentiert und über 370 Mal geteilt. In den Kommentaren lassen viele User kein gutes Haar an der weltweit bekannten Nuss-Nougat-Creme. "Mir völlig egal, was die an der Rezeptur ändern. Das Produkt ist und bleibt gesundheitsgefährdender Nahrungsschrott", heißt es da beispielsweise. Oder auch: "Nutella gehört bei jedem auf die schwarze Liste für Produkte, die man ignoriert, woran man vorbeigeht. Ein 'Schokoaufstrich', der aus allem besteht, nur nicht aus Schokolade."

Nutella: Brotaufstrich mit Image-Problem

Vor zwei Jahren hat ein Nutella-Posting der Verbraucherzentrale Hamburg schon einmal für Aufregung gesorgt. Die Verbraucherzentrale widmete sich im Jahr 2015 einer umfassenden Analyse der Inhaltsstoffe des Aufstrichs. Das Ergebnis: Nutella besteht hauptsächlich aus Zucker und pflanzlichem Fett, sprich Palmöl. Während das Zuckerproblem in Anbetracht der verwendeten Menge augenscheinlich ist, offenbaren sich durch den Zusatz von Palmöl ökologische und sozialethische Probleme (mehr dazu hier).

Vergangenes Jahr warnte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA in einem Studienbericht zudem vor Produkten, die zu viel Palmöl enthalten. Bestimmte Glycidyl-Fettsäuren werden als "potenziell krebserregend" eingeschätzt - wenn sie bei der Herstellung über 200 Grad Celsius erhitzt werden. Gefährdet seien vor allem Kinder und auch Erwachsene, die sehr viele Produkte mit hoch raffiniertem Palmöl essen. Demnach könnte auch Nutella potenziell gesundheitsgefährdend sein (mehr dazu hier).