Genuss
02.06.2017

Stadtoase: Neue Pizzeria mit Gartenplatzerl

Die neue Pizzeria l'autentico giardino präsentiert sich als grüne Stadtoase, in der Pizzaiolo Luigi Tesoro richtig gute Pizza nach neapolitanischer Machart serviert.

Dass Luigi gerne seine selbstgebackenen Pizzen isst, sieht man dem wohl genährten Süditaliener an. Seine erste Pizza buk er bereits im zarten Alter von 13 Jahren, da seine "Mamma" die "Bambini" so von dummen Dingen abhalten wollte. Den ganzen Tag am Strand wollte sie die Kleinen nicht ohne Aufsicht lassen. Mit dieser Erziehungsmaßnahme entfachte sie seine Leidenschaft, die Faszination für den Teig ließ ihn bis heute nicht los: "Es ist wie Magie, wenn das pulvrige Mehl zu einer homogenen, elastischen Masse wird."

Luigi Tesoro schupft ab heute Abend die Teigfladen in der neuen Pizzerial'autentico giardinoim Botschafterviertel nahe des Stadtparks – die beiden jungen Gastronomen Sandro und André Gargiulo setzten ihr Konzept bereits erfolgreich in Wien Döbling um, wo sie es zuerst mit dem Hungerberg versucht hatten. In der zweiten Dependance trumpfen sie mit einer idyllischen Stadtoase mitten in der Innenstadt auf: Das Lokal selbst, das ehemalige Pan e Wien, ist nur klein und wird in der kalten Jahreszeit eher als Take-away-Basis dienen, an Schlechtwettertagen kann dennoch im Garten unter beheizbaren Schirmen gegessen werden.

90 Sekunden bei 450 Grad

In einem aus Neapel importierten, handgemauerten " Stefano Ferrara"-Ofen bäckt derPizzaiolo seine Pizzen streng nachneapolitanischer Machart: "90 Sekunden bei 450 Grad: Mehr brauchen sie nicht, sonst werden sie Matsch. Nur die Calzone braucht drei Minuten." Für seinen Teig setzt er auf zwei italienische Weizenmehlsorten, nur so kann er den typisch elastischen Teig mit den feinen, dünnhäutigen Brandblasen herstellen. "Ich verwende nur ganz wenig Germ, dennoch muss der Teig mindestens 36 Stunden gehen. Nur so liegt die Pizza nicht im Magen und man fühlt sich nicht schwer."
Der Teig der Margherita (8,90 Euro) und der San Daniele (12,50 Euro) präsentiert sich leicht säuerlich und besonders flaumig – für all jene, die dicke weiche Ränder nicht besonders mögen, sei gesagt, dass sie im Vergleich mit anderen Pizzerien wie der Riva nicht ganz so dick gerät. Die Dolce Calzone (12,50 Euro) schafft auch ein großer Esser nicht alleine als Nachtisch: Die Mischung von Nutella, Mascarpone und Mandeln sättigt wohl drei Naschkatzen.
Das Geheimnis für die perfekte Mischung von Mehl und Germ erlernte er in seiner Lehrzeit in der La Mediterranea in Pozzuoli – seiner Heimatstadt und jener von Sofia Loren –, in den 90ern zog es ihn nach Österreich: "Ich werde nie vergessen, wie mein erster Chef sagte, dass die Arbeit um 22:30 Uhr vorbei ist: In meiner Heimat bestellen die Gäste erst um 21:30 Uhr die erste Pizza. In die Stadt habe ich mich sofort verliebt." Endgültig sesshaft ist er in Wien spätestens seit der Geburt seiner dritten Tochter geworden.

Info: l'autentico giardino, Salesianergasse 23 /4, Eingang über den Garten in der Strohgasse, 1030 Wien, Montag bis Samstag 11:30 bis 22 Uhr, nicht barrierefrei