Genuss
14.03.2018

Neuer Inder will mit Curry und Sushi überzeugen

Sufian Ahmed Awan eröffnete gemeinsam mit seinen Eltern ein Restaurant für indische Fusionsküche – überzeugen tut das In-Dish aber mit seinen Klassikern.

"Ich habe mich in Wien verliebt und wollte hierbleiben" – der 25-jährige Sufian Ahmed Awan macht seine Liebeserklärung in breitem Salzburgerisch und grinst dabei. Weil der Modul-Absolvent hier bleiben wollte, schlossen seine Eltern ihr italienisch-indisches Restaurant in Zell am See und folgten ihrem Spross.

Ursprünglich hatte die Familie einen Italiener betrieben, aber als die arabischen Touristen in Salzburg lieber die indischen Gerichte bestellten, konzentrierte sich die Familie auf das, was sie am besten kann: Currys und Gegrilltes aus dem Tandoor.

Im ehemaligen asiatischen Restaurant Koi hat Awan sein Restaurant In-Dish eröffnet: Ohne indischen Kitsch, die Wände zieren Bollywood-Plakate, bietet die Familie ein modernes Ambiente. Schwerpunkt der Speisekarte ist eine internationale Fusionsküche, die mal besser und mal schlechter funktioniert. So präsentiert sich das Biryani-Tikka-Sushi (14 Euro) alsSushi-Rolle mit Biryani-Masala, Hühnerbruststücke aus dem Tandoor, Avocado und Sojasauce. Leider wirkt die Rolle sehr matschig und es erschließt sich nicht ganz, warum das Reisfleisch in Form einer Rolle gegessen werden soll.

Dafür präsentiert sich der indische OMG-Burger als besser gelungenes Fusion-Dish (14 Euro): Die super soften Buns bäckt einer der indischen Köche selbst und die Süßkartoffel-Pommes haben Suchtpotenzial. Was die vier Küchen-Mitarbeiter aber alles draufhaben, zeigt sich erst bei den traditionellen Gerichten wie Biryani,Currys und Gegrilltem aus dem Tandoor.

Die Makhani-Sauce des Butter Chicken Curry (16 Euro) – der Klassiker aus dem Norden Indiens, woher die Familie stammt – schmeckt unglaublich sämig und fruchtig, die Tikka-Trilogie (16 Euro) aus dem Lehmofen riecht wunderbar nach Holzkohle, Grillmarinaden wie Minze verleihen dem gegrillten Hühnerfleisch das gewisse Extra.

Auch die Riesengarnelen aus dem Lehmofen (23 Euro) sind eine willkommene Abwechslung, wenn auch so manche die Nase rümpfen würden angesichts der starken Gewürze, die den feinen Garnelen-Geschmack übertünchen. Auch das flaumige Naan kommt aus dem Tandoor.

Der junge Gastronom hat noch einiges vor: "Ich würde gerne kleinere Varianten anbieten, damit die Gäste die Portionen am Tisch besser teilen können und damit man unterschiedliche Gerichte bestellten kann. Also drei Mini-Burger statt einem großen oder kleine Curry-Schüsseln."

Die Suche nach indischen Köchen gestaltete sich übrigens äußerst schwierig: "In Wien haben wir keinen indischen Koch mit Diplom gefunden – unsere neue Verstärkung kommt aus Indien."

Info: In-Dish, Schwarzenbergstraße 8, 1010 Wien, Montag bis Samstag 11 bis 14:30, 17 bis 20 Uhr