Ein Drittel Obst, ein Drittel Gemüse, ein Drittel Wasser.

© KURIER/Christandl Jürg

Turbomixer
03/05/2014

Mit dem richtigen Dreh

Die Qual der Wahl – fünf Blender im Test für den perfekten Smoothie.

von Laila Daneshmandi

Wenn es um Hochleistungsmixer geht, fangen sogar Männeraugen an zu leuchten. Kommt es auf die Umdrehungszahl an? Die Motorkraft? Oder doch auf den Winkel der Klingen? Man könnte meinen, die Wahl des richtigen Blenders ist eine eigene Wissenschaft. Auf YouTube gibt es allein über den Marktführer "Vitamix" mehr als 160.000 Videos, in denen alles zerkleinert wird, was das Obst- und Gemüsefach hergibt. Heraus kommen Smoothies, Suppen, Sorbets, Pestos und alles, was sämig ist und in ein Baby-Glas passt.

Jeder fängt einmal klein an. Mit dem gemeinen Haushaltsmixer oder gar mit dem Pürierstab. Doch irgendwann ist das Ergebnis nicht fein genug, es bleiben lästige kleine Stückchen übrig – der 08/15-Mixer kann beim Grün-Smoothie-Trend, in dem allerhand Rohkost trinkfertig gehäckselt wird, einfach nicht mithalten. Der gute alte Cremespinat hat ausgedient. Gesund ist heute frisches Salatpüree. Allerdings muss man dafür etwas tiefer in die Tasche greifen. Billig sind Turbomixer nicht gerade.

Damit die Zellulose im Grünzeug wirklich aufgebrochen wird und die vielen Inhaltsstoffe aus Blattgrün und Co. freigesetzt werden können, soll der Mixer mindestens 30.000 Umdrehungen pro Minute schaffen – 500 pro Sekunde. Damit werden die nahrhaften Vitalstoffe nicht mit den schwer verdaulichen Pflanzenfasern wieder ausgeschieden, sondern können direkt vom Körper aufgenommen werden. Starke Ernährung als Körperbooster.

Und eine schnelle Mahlzeit hat man damit obendrein – denn die Rohkost wird einfach nur gewaschen und kommt höchstens grob zerkleinert in den Mixer. Im KURIER-Test mussten die Geräte Blattspinat, Schwarzkohl, Endiviensalat und Kurkumawurzel (mit Schale) bewältigen. Um den Geschmackssinn nicht gleich zu überfordern, können Anfänger Obst wie etwa Bananen, Äpfel, Orangen und Zitronen (unbehandelt auch mit Schale) beimengen. Die Qual der Wahl bei den Geräten ist für Lydia Hopfgartner vom Smoothie-Feinkostladen "Lebenswert" in Wien-Döbling eine Geschmacksfrage. "Es ist wie beim Autokauf – will ich einen Audi, Mercedes, einen VW oder BMW? Fahren können sie alle."

Mix-Einstellung

So mancher setzt gerne auf Tradition, der "Vitamix" gilt da als Urvater der Turbomixer. Der eine bevorzugt Schalter und Regler im Retro-Stil, der andere setzt auf chices Design mit modernen Programmen. Gemeinsam haben sie alle, dass sie im Gegensatz zum haushaltsüblichen Standmixer nicht stabil stehen. Auch das Mix-Gefäß rastet überraschenderweise nicht ein, sondern wird nur aufgesetzt – eine Hand sollte zur Sicherheit also immer auf dem Gerät bleiben. "Das sind alles Profi-Geräte (außer der Standmixer von Philips, Anm.), es gibt also keine Kindersicherung. Ich würde folglich den Stecker nie drinnen lassen", sagt Hopfgartner beim gemeinsamen Blender-Test mit dem KURIER.

Bei so viel Drehleistung sollte der Geräuschpegel nicht unterschätzt werden – Staubsauger sind dagegen leise. Gemeinsam haben die Mixer, dass die Gefäße aus Sicherheitsgründen nicht aus Glas sind. Um Plastik zu vermeiden, das den hormonell wirksamen Stoff Bisphenol-A enthält, greifen die Hersteller zum Kunststoff Tritan, der lebensmittelecht und chemikalienresistent sein soll. Lediglich der Behälter von Philips ist aus speziellem Glas, was den gefüllten Behälter in der Handhabung schwerer macht.

Wissenschaft hin oder her, die Mix-Ergebnisse waren im Test alle auf einem ähnlich hohen Niveau – die Wahl bleibt eine Frage des Geschmacks.

Für Techniker

Revoblend RB500. Das Modell für Technik-Freunde – die Schalter und der Drehknopf zur Stärkeregelung wirken urig, die 70er-Jahre lassen grüßen. Mit 38.000 Umdrehungen pro Minute lassen sich feine, cremige Smoothies machen. Ein paar kleine Fasern waren dennoch herauszuschmecken. Um 500 Euro bei www.gruenesmoothies-wien.at.

Für die Cremig-Fans

Vitamix TNC 5200. Das Urgestein. An diesem Profi-Gerät aus den USA mit 37.000 Umdrehungen pro Minute muss sich jeder Nachfolger messen – zumindest, was die Technik betrifft. Optisch gibt es durchaus Luft nach oben. Im Test waren die Ergebnisse zweifellos sehr gut. Cremig, fluffig, fein. Erhältlich um 580 Euro, etwa bei www.smoothie-mixer.at.

Für die Sparefrohs

JTC Omniblend. Der günstige Asiate. Das Nachbau-Modell war das lauteste im Vergleich (38.000 Umdrehungen). Beim Ergebnis gab es bis auf ein paar Flankerl im Smoothie wenig zu meckern. Minuspunkt: Das fehlende Loch im Deckel, um die Mischung zwischendurch zu kosten. Erhältlich um 259 Euro, bei www.omniblend-austria.at.

Für die Ästheten

Bianco Puro. Der Schöne. Design-Fans kommen auf ihre Kosten. Der Bianco ist auch der leisteste Blender im Test. Mit 32.000 Umdrehungen und diversen Programmen fühlt sich das Mixen wie eine Fahrt im Automatik-Auto an. Der Smoothie war sehr gut – allerdings auch nicht ganz ohne Flankerl. Um 599 Euro bei www.gruenesmoothies-wien.at.

Für die Traditionsbewussten

Philips HR 2096. Der Standmixer. Zum Vergleich ein regulärer Standmixer – der Unterschied war unübersehbar. Durch die langsamere Umdrehungszahl wurde die Cellulose nicht so fein aufgebrochen, es wurde eher ein flüssiger Shake als ein cremiger Smoothie. Flankerl gab es auch hier. Im regulären Elektrohandel um 110 Euro erhältlich.

Grundregeln für Einsteiger

Alles rein in den Mixer und los geht’s: das klingt einfach. Doch es gibt ein paar kleine Grundregeln, die es zu beachten gilt, wenn der Smoothie nicht nur gesund sein, sondern auch schmecken soll.
Allem voran gehören in den Smoothie grüne Blätter – dazu zählen alle bekannten Blattsalate wie Vogerlsalat, Grünkohl, Karottengrün oder Spinat. Aber auch Wildkräuter wie Brennnessel, Löwenzahn oder Schafgarbe machen sich im Smoothie gut. Optimal ist jedenfalls, Produkte zu verwenden, die gerade saisonal wachsen. Vor allem am Anfang darf der Smoothie mit Obst gesüßt werden. Hierbei ist frisches Obst wie Bananen, Äpfel, Birnen, Pfirsiche bzw. getrocknetes Obst wie Datteln oder Rosinen erlaubt. Lydia Hopfgartner empfiehlt eine Mischung aus einem Drittel Blattgrün, einem Drittel Obst und einem Drittel Wasser. Während Experimente mit Ingwer, Stangensellerie und Sprossen von Brokkoli, Kresse, Alfalfa oder Rettich erlaubt sind, gehören Sprossen von Hülsenfrüchten und Wurzelgemüse sowie jegliche Fette und Molke-Erzeugnisse nicht hinein. Weitere Tipps finden Sie unter www.gruenesmoothies.de

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