Genuss
27.09.2017

Koffein-Kick: Neues Cola mit Kaffee und ohne Zucker

In Australien führte Coca-Cola eine neue Mischung aus Cola und Kaffee ein: Die ersten Branchen-Feedbacks sind durchaus gemischt.

Und schon wieder sorgt der australische Zweig des Coca-Cola-Konzerns für Schlagzeilen: Nachdem Coca-Cola No Sugar im Sommer dort abgetestet wurde, wurde jetzt ein neues Cola-Familienmitglied am Markt eingeführt. Diese neue Rezeptur freut bestimmt alle Koffein-Junkies, denn es handelt sich um eine Mischung aus Cola und Kaffee, aber ohne Zucker.

Wonach es schmeckt? Laut Hersteller handelt es sich um eine Mischung aus dem traditionellen Geschmack des klassischen Colas mit einem Schuss brasilianischem Kaffee and subtilen Noten von Karamell. Die Rezeptur beinhaltet die gleiche Menge Koffein wie ein normal-großer Café-Latte, aber ein bisschen mehr als ein klassisches Cola. Ein Glas 0,33 Liter klassisches Cola enthält rund 0,12 mg je ml, zum Vergleich: Filterkaffee kommt auf 0,53 mg je ml. Die australische Variante soll 35 mg Koffein auf 250 ml enthalten, das würde 0,14 mg je ml entsprechen.

Ganz neu ist die Idee nicht: In Japan wurde bereits eine Kaffee-Cola-Version mit Zucker am Markt eingeführt, scheiterte aber laut Medien an seinem falen Geschmack.

Warum Australien?

"Australier haben eine Liebesbeziehung mit Kaffee, also haben wir uns gedacht: Warum geben wir ihnen nicht mehr von dem, was sie wollen", erklärt Lisa Winn, Sprecherin von Coca-Cola Australien. Das Unternehmen hoffe, dass die Limited-Edition den zweiten Kaffee am Nachmittag verdrängen wird können.

In Australien wurde kurz zuvor bereits ein Cola-Ingwer abgetestet – der Konzern steht zu seinen mutigen Rezepturen: "Das Coke Ginger war ein riesiger Erfolg in Australien und hat sich ebenso daraus entwickelt, dass die Australier Ingwer-Getränke lieben. Die Einführung von Coke Pus Coffee folgt demselben Prinzip: Wir wissen, dass Australier ihren Kaffee lieben."

Was nach einem Cola im Körper passiert

Kühl, erfrischend und am besten zu Pizza. Doch wenn man sich darüber klar wird, was nach einer Dose Cola im Körper abgeht, könnte es einem glatt im Hals stecken bleiben. Der Gesundheitsblogger und Apotheker Niraj Naik hat auf seinem Blog The Renegade Pharmacist eine Übersicht dazu aufgestellt:

Nach 10 Minuten: Eine Dose enthält etwa zehn Teelöffel Zucker. Damit nimmt man bereits die empfohlene Tagesdosis Zucker auf. Der einzige Grund, warum einem bei so viel Süße nicht übel wird, ist, dass der Hersteller Phosphorsäure in den Softdrink gemischt hat, die den süßen Geschmack neutralisiert, erklärt Naik.

Nach 20 Minuten: Weil der Blutzucker in die Höhe schießt, wird massiv Insulin ausgeschüttet. Darauf reagiert wiederum die Leber, die jetzt versucht so viel Zucker wie möglich in Fett umzuwandeln.

Nach 40 Minuten: Das Koffein ist inzwischen angekommen: Die Pupillen weiten sich, der Blutdruck steigt und die Leber pumpt noch mehr Zucker in die Blutbahn. Außerdem verhindert die Blockierung bestimmter Rezeptoren im Gehirn das Gefühl von Müdigkeit.

Nach 45 Minuten: Der Körper fährt die Dopamin-Produktion hoch, Glückshormone werden ausgeschüttet. Dadurch werden die Lustzentren im Gehirn angeregt - das entspricht denselben körperlichen Reaktionen wie bei der Aufnahme von Heroin, beschreibt Naik.

Nach 60 Minuten: Kalzium, Magnesium und Zink werden durch die Phosphorsäure im unteren Verdauungstrakt gebunden, der Stoffwechsel wird dadurch angeregt. Weil Zucker und künstlicher Süßstoff harntreibend wirken, wird zudem die Ausscheidung von Kalzium begünstigt. Weil Koffein auch auf die Blase wirkt, ist der Gang zur Toilette quasi nicht mehr vermeidbar. Dabei werden das Kalzium, Magnesium und Zink, das eigentlich in die Knochen wandern sollten ausgespült. Ebenso wie Elektrolyte und Wasser.

Nach mehr als 60 Minuten: Nach einer Stunde beginnt die Wirkung des Colas nachzulassen. Das bedeutet, der Zuckerspiegel stürzt ab. Es kommt zu Reizbarkeit und Müdigkeit, erklärt Naik. Das Wasser, das durch das Cola abgezogen wurde ist längst mit dem Urin aus dem Körper verschwunden. Ebenso wie wichtige Mineralien und Spurenelemente. Wenige Stunden später folgt dann der Koffein-Crash.

Niraj Naiks Resümee: Der Gesundheitsblogger will das Trinken von Cola zwar nicht verteufeln, mahnt aber dazu, sich die Erfrischung nur ab und an zu gönnen. Wer regelmäßig Cola trinkt, müsse sich der gesundheitlichen Risiken bewusst sein. Dazu gehören Herz-Kreislauf-Beschwerden wie Bluthochdruck, aber auch Diabetes (Typ 2). Eine Studie der Harvard-Universität hätte außerdem gezeigt, dass der tägliche Konsum von Softdrinks das Risiko für eine Herzerkrankung um 20 Prozent erhöht. Wer eine richtige Erfrischung sucht, die dem Körper nicht schadet, bleibt lieber bei Wasser oder Tee.