© Helge Kirchberger

freizeit Essen & Trinken
05/08/2014

Koch.Campus: Gemeinsam statt einsam

Beim Koch.Campus treffen sich die Kämpfer für das Gute und Richtige auf dem Teller.

Vor zehn Jahren, sagen wir, vor zehn Jahren hätte das niemand gedacht. Damals war die Szene der österreichischen Spitzengastronomie zum einen noch etwas überschaubarer, vor allem war sie aber geprägt von einem Hang zum Neid, zur Missgunst und der Vernaderung. Einzelkämpfer allesamt, von denen viele den Erfolg der anderen scheel beäugten wie ein schlecht gewachsenes Gemüse.

Verwundert blickte man nach Spanien oder Skandinavien, wo gute Gastronomen und Küchenchefs gemeinsame Sache machten, zum Wohl der Gastronomie ihres Landes und damit zum eigenen Wohl.

Aufbruchstimmung unter den Jungen

Doch es hat sich etwas getan in Österreich, um nicht zu sagen: Es tut sich gerade sehr viel. Vergangenen Herbst trat zum ersten Mal ein erlesener Haufen junger, bereits mit Hauben und Sternen ausgezeichneter Köche zusammen und veranstaltete den "Koch.Campus".

Ort des Treffens: Restaurant Döllerer in Golling, Zweck des Hierseins: Gedankenaustausch, auch in Form von Rezepten, die auf einmal nicht mehr vor den Kollegen gehütet werden wie der Apfel vom Aug.

Das zweite Treffen des Koch.Campus, der von Klaus Buttenhauser organisiert wird, fand vor kurzem im Tullnerfeld statt. Mittlerweile erwächst der Eindruck, die Institution könnte tatsächlich zu einer regelmäßig gepflogenen Einrichtung werden. Der österreichischen Gastronomie und der Lebenskultur in diesem Land könnte ein wenig gemeinsames Engagement der heimischen Topgastronomen und -köche nicht schaden.

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Zu starke Töne? Immerhin entstand im Herbst in Golling eine Initiative der Anwesenden, die sich gemeinsam mit Produzenten wie dem Paradeiser-Vielfalts-König Erich Stekovics, der Arche Noah und Global 2000 gegen die geplante EU-Saatgutsverordung stemmten. 500.000 Stimmen der Unterstützung alleine in Österreich wurden erreicht. Die EU-Saatgutsverordnung kommt in dieser Form nicht. Doch die Lobbyarbeit der Konzerne vom Zuschnitt eines Monsanto hört gewiss nicht auf.

Engagement für Vielfalt

Der "Koch.Campus" engagiert sich indessen nicht vornehmlich politisch, sondern hat es zum Ziel, die heimische Esskultur weiterzubringen. Austausch unter Kollegen hilft da schon sehr. Die junge Generation, beeinflusst von Chefs wie Heinz Reitbauer, Thomas Dorfer, Andreas Döllerer oder Thorsten Probost, steht sich viel weniger skeptisch gegenüber als die Generation davor. Gemeinsam plant man, auch im Ausland auf die Qualität heimischer Restaurants aufmerksam zu machen.

Eine Qualität, die auch für den Tourismus und damit den Standort Österreich relevant ist. Reisende Feinschmecker führen meistens mehr Geld mit sich als Bustouristen.

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