Hipper Drink: Cider aus Österreich

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Foto: cc nc-ns by Daveybot

Zwei neue Cider aus der Steiermark schmecken nach Sommer und Feierlaune.

Österreich kommt auf den Geschmack von Cider, hierzulande oft auch Zider genannt. Kein Wunder, tranken doch die West-Österreicher die vergangenen Jahrhunderte vor allem Apfelmost. Warum zur Abwechslung nicht Apfelwein trinken, dachten sich drei österreichische Jungunternehmer. Und wie immer sind die schönsten Unternehmer-Geschichten jene von Quereinsteigern: Adam Ernst und Eva Wildsperger lernten einander 2003 im Auslandssemester in Australien kennen. Beim dortigen Umtrunk unter Studenten standen neben Bier und Wein stets auch Cider-Flaschen am Tisch. Die beiden Österreicher fragten sich, warum es im Apfel-Land Österreich keinen Cider gäbe und träumten von einem eigenem Unternehmen. Zehn Jahre später und schon längst wieder in Österreich setzten der Kommunikationswissenschafter und die Betriebswirtin ihren Traum in die Tat um: Ihren Cider aus südsteirischen Äpfeln tauften sie Goldkehlchen.

Cider on Eis2.jpg Foto: Manfred Fauster Die Generationen vor Obstbauer Manfred Fauster aus Graz-Mariatrost hatten ursprünglich nichts mit Most am Hut. Auf dem typischen steirischen Mischbetrieb wuchsen zwar Apfel- und Birnenbäume, aber erst 2007 schlug der junge Landwirt einen anderen Weg ein als seine Großeltern und Eltern zuvor. Er ließ sich zum Most-Sommelier ausbilden und verwandelte seinen Obstschatz von 5 Hektar Wiesen in Most und Säfte um. Vor zwei Wochen erfolgt der nächste Schritt: sein erster Steirer Cider wurde in Flaschen abgefüllt.

Anders als Most

Goldkehlchen6.jpg Foto: Goldkehlchen Nicht nur im Geschmack, auch in der Herstellung unterscheiden sich Most und Cider. Bei Most wird Apfelsaft mittels Kellertechnik und Hefe vergoren. Bei Cider wird hingegen bereits vergorener Apfelsaft mit reinem Apfelsaft vermischt und mit Kohlensäure versetzt! Dadurch mundet Cider süßlicher als Most am Gaumen und darf laut österreichischem Lebensmittelkodex nicht mehr als 4,5 Prozent Alkohol haben. Um einem sprachlichen Wirrwarr vorzubeugen: In Wien versteht man unter Most den unvergorenen, süßen Traubensaft. Hier braucht es eine offene Flasche, da der Traubensaft mit der Zeit gären kann. Cider hingegen ist fertig vergoren hat einen festen Verschluss.

Dem steirischen Jungunternehmer Fauster war es besonders wichtig, einen süßen Cider zu kreieren: "Er sollte nicht zäh, sauer und trüb werden und sich geschmacklich deutlich von Most unterscheiden." Für seinen Cider mischt er die Apfelsorten Arlet, Roubinette und Jonagold. Bei der Verkostung bescherte die Roubinette dem Cider einen fruchtigen Körper, durch das Jonagold schmeckt der Cider nach reifen Bananen und Birnen. Auch Goldkehlchen wollte einen glasklaren Premium-Zider, vertraut aber auf die Apfelsorte Braeburn. Für Adam Ernst kam noch ein weiterer Faktor hinzu: "Es sollten unbedingt frische Äpfel vergoren werden. Uns war wichtig, dass der Bauer in Markt Hartmannsdorf keine Fallobst-Äpfel verwendet, denn diese schmecken durch die Druckstellen zu mostig. Auch ein Konzentrat wie in irischen Cidern oft verwendet wird, ist für uns undenkbar."

Zum Bestellen und Kosten

cc by RichardBarley.jpg Foto: cc by RichardBarley Interessierte können Steirer Cider bei Manfred Fauster persönlich bestellen. Goldkehlchen Cider bekommt man nicht nur via Online-Bestellung, sondern auch bei Juice Brothers No 2 in Wien-Mariahilf, in Salzburg in der Cider City oder in Graz bei Alex Jodl.

(Kurier) Erstellt am
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