Genuss
05.05.2017

Greenpeace kritisiert Mindesthaltbarkeitsdatum

Laut der Umweltschutzorganisation sind Angaben auf Lebensmitteln oft zu kurz angesetzt.

Greenpeace fordert ein Umdenken beim Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD). Demnach seien die entsprechenden Angaben auf den heimischen Lebensmitteln offensichtlich völlig unrealistisch, schrieb die Umweltschutzorganisation am Freitag. Ein Langzeittest ergab, dass von ursprünglich acht getesteten Produkten Joghurt, Soja-Joghurt und Tofu zwölf Wochen nach Überschreitung des MHD noch einwandfrei waren.

"Die Hersteller führen für jedes Produkt Lagerungstests durch, halten sich aber offensichtlich nicht an die Resultate – vermutlich, um den Verkauf anzukurbeln und um Haftungsfragen auszuschließen", kritisierte Greenpeace-Sprecherin Hanna Simons aufgrund der Ergebnisse des Tests. Die Verantwortung für die so entstandenen Lebensmittelabfälle würden "ungeniert auf die Konsumentinnen und Konsumenten abgewälzt." Das Mindesthaltbarkeitsdatum sei einer der Hauptgründe für jährlich rund 280.000 Tonnen an Lebensmittelmüll in den Haushalten.

Erst nach zehn Wochen war der verpackte Kuchen verdorben

Auch die Präsidentin der Bäuerinnen Niederösterreich, Irene Neumann-Hartberger, sieht Handlungsbedarf: "Die meisten Menschen verstehen unter dem Mindesthaltbarkeitsdatum ein Wegwerfdatum. Das ist schade. Wie das Wort sagt, ist die Ware mindestens so lange haltbar, wahrscheinlich aber länger gut genießbar", hieß es in einer Aussendung.

Das zeigte sich beim Langzeittest von Greenpeace, bei dem acht Lebensmittel mit abgelaufenem MHD ab Anfang Jänner über einen Zeitraum von vier Monaten 14-tägig getestet wurden. Nach zwölf Wochen bzw. 84 Tagen waren das Joghurt, Soja-Joghurt und Tofu noch in Ordnung. Eier hielten mehr als zehn Wochen über das MHD hinaus. Auch die restlichen Produkte waren länger genießbar: Erst nach zehn Wochen erwiesen sich der verpackte Kuchen und die Salami tatsächlich als verdorben, beim verpackten Schnittkäse dauerte es acht Wochen und beim Sesam-Dip zwei Wochen.