Grappa-Menü im Hotel Herrenhof, honorarfrei

© Christian Houdek

Kulinarik
09/21/2013

Grappa bereitet „nur“ Vergnügen

Jacopo Poli erklärt, wie aus dem Wärmespender Grappa ein Genussmittel wurde.

von Katharina Baier

„Früher hat man Grappa im Winter getrunken, um sich aufzuwärmen. Er diente als Energiezufuhr. Heutzutage existiert er ,nur’ noch, um Vergnügen zu bereiten und einen entspannten Abend zu verbringen“, erklärt Hersteller Jacopo Poli lachend.

Der Norditaliener muss es wissen: Immerhin hat bereits sein Urgroßvater, nachdem er zunächst Strohhüte angefertigt und vertrieben hatte, sich der Kunst des Grappamachens gewidmet. 1898 baute er einen kleinen Destillierapparat, montierte ihn auf einen Handkarren und zog von Haus zu Haus, um Weintrester zu brennen.

Im beschaulichen Schiavon in der Nähe von Bassano del Grappa im Herzen Venetiens wird auch heute noch das Destillat von der Familie in Handarbeit hergestellt.

„In fünf Regionen Italiens wird Grappa gemacht, und überall schmeckt er anders. Der Grappa existiert also nicht, es existieren nur die Grappas.“ Tatsächlich kann der Tresterbrand floral, würzig, aber auch nach Gras und Früchten schmecken.

Da die Poli-Destillerie für ihre Produkte ausschließlich frischen Trester verwendet, wird der Grappa nur während der Weinlese – von Anfang September bis Anfang November – produziert.

„In den letzten 30 Jahren hat sich unglaublich viel bei der Herstellung getan. Früher hat Grappa oft harsch und aggressiv geschmeckt. Es ist wirklich ein viel aufregenderes Produkt geworden. Anders als beim Wein gibt es beim Grappa auch keine festen Regeln, welches Essen man gut mit ihm kombinieren kann“, erklärt Poli.

Im Wiener Hotel Herrenhof kann man Jacopo Polis Erzeugnisse noch bis 3. November im Rahmen eines speziellen Sechs-Gang-Menüs verkosten. Dabei wird zum Beispiel ein „Medaillon vom Reh mit Speckkarotte, Steinpilz und Traube“ mit einem korrespondierenden Grappa serviert, der mit einem Aroma aus exotischen Früchten, Lakritze und Vanille aufwartet. Auch zum Dessert „Weißes Corettomousse mit Espressogelee und karamellisierter knuspriger Milch“ gibt es den passenden, diesmal nach Karamell-Creme, Tee und Trockenobst schmeckenden Weinbrand kredenzt.

Das Wort „Grappa“ leitet sich übrigens aus dem mittelalterlichen lateinischen Wort „grappolus“ ab und bedeutet schlicht Weintraube.

Info: Grappa-Menü: 99 €. Jedes Gericht ist auch einzeln bestellbar. Reservierungen: 01/ 53404-920.

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