Genuss 24.07.2017

Gerstengras: Das neue Superfood aus Österreich

Gerstengras boomt © Bild: Feinstoff/Anja Drechsler

Mit der Vermarktung von Gerstengras entdeckte der niederösterreichische Bio-Bauer Stefan Artner ein neues Geschäftsfeld.

"Der Papa wollte bis jetzt nicht kosten" – Stefan Artner blickt auf das Glas, das vor ihm steht. Aus seiner Ernte vom vergangenen Jahr. Der Inhalt sieht ziemlich gesund aus, erinnert von der Farbe her an Spinat und schmeckt auch so. Der Bio-Landwirt bewirtschaftet gemeinsam mit seinem Vater Hubert 60 Hektar im Wienerwald und wagte 2016 im Triestingtal ein Experiment: Er säte Sommergerste aus, bereits nach vier bis sechs Wochen fuhr er die erste Ernte ein.

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honorarfrei bei Berichterstattung über Landwirten Stefan Artner oder über Feinstoff © Bild: Stefan Artner
Der 25-Jährige wittert mit dem Anbau des Süßgrases eine neue Einahmequelle: Dank gesunder Bowls, grüner Smoothies oder Clean Eating bescheren zahlreiche Superfood-Trends der Lebensmittelbranche ein Absatzhoch. Trotz aller positiver Eigenschaften haben diese aber einen ökologischen Nachteil – Superfoods wie Acai-Beeren oder Maca-Knollen kommen von weit her und widersprechen einem umweltbewussten Lebensstil. Die Verwendung von Gerstengras als Nahrungsergänzungsmittel begann bereits in den 70ern, neuerdings wird dieses als " Superfood" vermarktet und landet immer häufiger in Form von Pulver in Smoothies und Bowls. Aufgrund des hohen Gehalts wertvoller Inhaltsstoffe (Eiweiße, Ballaststoffe, Folsäure) wird das Gras häufig in der Tiermast eingesetzt.

Gefroren und verpulvert

"Wegen der feinen Blätter ist die Kultivierung viel Handarbeit: Als Gerstengras bezeichnet man die frischen Blätter, die aus dem Gerstenkorn heranwachsen. Das Schwierige an der Ernte war die Entwicklung einer Erntemaschine, die man sich wie einen großen Staubsauger vorstellen muss." Nach der Ernte geht es zur Weiterverarbeitung: Wie in der Gewürzproduktion werden die Gräser bei Minus 70 schockgefroren, damit ein Großteil der Nährstoffe erhalten bleibt. Anschließend werden sie zu Pulver vermahlen.

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honorarfrei bei Berichterstattung über Geschmacksguru, österreichisches Unternehmen Feinstoff, Superfoods © Bild: Feinstoff/Anja Drechsler
Ob der Niederösterreicher das Gras im Frühjahr wieder säen wird, entscheidet der Konsument. Einen Abnehmer hat er mit dem Unternehmen "Feinstoff" jedenfalls gefunden: Das Superfood kommt noch im Juli in Reformhäusern in den Verkauf (9,99 Euro/70 g). Verena Bernhard, kreativer Kopf bei "Feinstoff": "Vor jeder Kur muss der Körper gereinigt werden: Wer ein Glas trinkt, merkt sofort einen Effekt: Es kommt Bewegung in den Darm."
( kurier.at ) Erstellt am 24.07.2017