Genuss
22.10.2017

Das sind die besten Gourmet-Hütten Tirols

Gault&Millau veröffentlicht erstmals einen Restaurantführer für die besten Hütten Tirols.

Hoch hinaus wollten die Restauranttester von Gault& Millau – erstmals wagte sich die schlemmende Zunft in die hohen Berge Tirols. 72 Hütten haben es in die erste Ausgabe des "Hüttenguide Tirols 2018" (Anm: 7,90€, erhältlich im Fachhandel) geschafft: "Längst hat man die althergebrachten karierten Speisekarten, die durch Bratwurst, Leberkäse mit Ei und Kaiserschmarrn speckig glänzten, hinter sich gelassen und setzt auf frische Grundprodukte, die vornehmlich aus der Region bezogen werden", so Martina und Karl Hohenlohe, Chefredakteurin und Herausgeber von Gault& Millau.

Die Tiroler Hüttenbetreiber berufen sich natürlich weiterhin auf alte Rezepturen, allerdings handelt es sich nicht mehr um die hochkalorischen Varianten von einst. Die Küchenchefs reduzierten den Fettgehalt zugunsten des Geschmackes und feilten an der Präsentation. Ein bisschen Alpin-Schick darf ruhig sein. Aber brauchts tatsächlich einen eigenen Führer für Gourmet-Hütten? "Wir wollen nicht verhehlen, dass wir hoffen, dass dieser positive Trend zu hochqualitativem Essen anhält."

Hütten für Gourmets

Der Restaurantführer listet die fünfbesten Almhütten für die Familie, für den Sommer, für den Winter, mit eigenen Produkten und für Gourmets auf. Die Hütten letzterer Kategorie sind natürlich für Feinschmecker besonders interessant und werden in Folge kurz besprochen:

Angerer Alm: Die Almhütte liegt auf 1300 Metern und ist eine Institution am Kitzbüheler Horn (6380 St. Johann in Tirol, Berglehen 53) – für den Erfolg ist Wirtin Annemarie Foidl verantwortlich. Die Küchenchefs, Katharina Foidl und ihr Lebenspartner Gerald Weiss, setzen z.B. auf Rohmilchkäse aus Produktion naher Sennereien. Highlight auf der Karte: Kaiserschmarren. Die Weinsammlung findet Platz in einem außergewöhnlichen Felsenkeller mit Tafel. Info:angereralm.at

Schrofen Hütte: Oberhalb des Tiroler-Alpenkräuter-Dorfes Jungholz liegt die Almhütte (6691 Jungholz, Jungholz 111) auf 1101 Metern: Sie eignet sich für jene Feinschmecker, die auf das Wandern oder Skifahren lieber verzichten würden – sie ist nämlich besonders gut mit dem Auto zu erreichen. Ein abgeschiedenes Hüttenfeeling stellt sich dadurch nicht ein, dafür gibt es Zithermusik, Almpartys und Grillfeste. Auf der Speisekarte finden sich Schlipf- und Schlutzkrapfen oder Rindsleber. Spezialität ist der "Tiroler Hut", eine Kombination von Wok und Fondue. Info: www.schrofen-huette.at

Maierl-Alm:In der Küche des kulinarischen Juwels (6365 Kirchberg in Tirol, Krinberg 14) werkt Sascha Jell: Er sorgt für eine dem Luxus der Chalets entsprechende Küche, die gleichzeitig aber stolz zu ihren alpinen Wurzeln steht. Hungrige Sportler werden hier mit modernen Gerichten wie karamellisiertem Ziegenkäse und Tiroler Burger vom heimischen Rind oder mit Klassikern wie Kaiserschmarren, Schnitzel und Ofenerdäpfel mit Sauerrahm, Speck und Röstzwiebeln versorgt. Beeindruckende Weinauswahl. Info:maierl.at
Bergfriedalm: Wer die etwas andere Hütte sucht, wird mit der Bergfriedalm in Tux (6293 Tux, Lanersbach 475) glücklich: modern, urig und kitschig. Seit über 400 Jahren pflegt das Tiroler Wirtshaus alpine Gastlichkeit. Die rustikale Speisekarte setzt auf Beef Tatar vom Tuxer Rind oder Zillertaler Ofenleber – ein traditionelles Gericht, das man kaum noch findet. Info:www.bergfriedalm.at
Umbrüggler Alm:Die moderne Holzbau-Architektur erhebt sich auf 1123 Metern über Innsbruck (6020 Innsbruck, Umbrüggleralmweg 36): Im Frühling gibt es saisonale Kost wie Bärlauchrisotto mit Spargel, die Kaspressknödel sind mustergültig und die Rindsuppe wird natürlich mit Knochen geköchelt. Oft gibt es Degustationsmenüs mit Schmankerl aus dem Karwendel. Unbedingt probieren: Scheiterhaufen. Info:facebook.com/umbrueggleralm