Für Wirte ist Online-Geiz nicht geil

Bermuda
Foto: Stephan BoroviczenyKURIER

Groupon und andere Online-Portale versprechen Gastronomen und Hoteliers Werbung und gutes Geschäft mit Billig-Online-Gutscheinen. Die Wirtschaftskammer warnt davor, dass "Gutschein-Gäste Vollzahlern die Plätze versitzen".

Der Appetit vieler Gastronomen auf neue Gästeschichten kann sich ersteren auch ganz schön auf den Magen schlagen. Der Wirtschaftskammer-Fachverband Gastronomie weist auf die Risiken bei Online-Gutscheinen hin. "Wir wollen unsere Mitglieder informieren und die Funktionsweise der Onlineschnäppchenportale erklären", sagt der stellvertretende Fachverbands-Geschäftsführer, Gernot Liska. Zuletzt war bekannt geworden, dass sich die heimischen Gastronomie-Betriebe mit den Sonderangeboten oft finanziell übernehmen. Das Beispiel eines Wirten, der seinen Betrieb wegen zuvielen Online-Schnäppchen-Jägern unter den Gästen schließen musste, sorgte für Diskussionen.

 

Vorsicht mit Billiggästen

FREMD Foto: FREMD Volle Lokale, leere Kassen: Zuviele Online-Schnäppchen-Jäger unter den Gästen färben die Bilanz rot.

Dem Merkblatt entnimmt der Unternehmer, dass Vorsicht geboten sei im Umgang mit Gutscheinportalen im Internet. Zu verhindern gelte es unter anderem, dass "Gutschein-Gäste Vollzahlern die Plätze versitzen", so Liska. Den Wirten rät er, das Angebot - einen sogenannten Deal - auf bestimmte Speisen und Getränke einzuschränken oder die Tage zu begrenzen, an denen der Gutschein gültig ist. Wenn man einige Punkte berücksichtigt, könne die Zusammenarbeit mit einem Online-Gutschein-Anbieter aber schon Vorteile haben. Neben Restaurant-Rabatten vermitteln die Schnäppchenportale auch viele Hotel- Wellness- und Beauty-Gutscheine. Das Konzept ist simpel: Jeden Tag bekommen die registrierten Nutzer per E-Mail neue Angebote mit Rabatten von 50 Prozent oder auch mehr. Für abgeschlossene Deals kassieren die Portale Provisionen, sie werben mit langfristiger Kundenbindung und versprechen den Unternehmen durch die Aktionen neue Kunden. Kritiker hingegen sprechen von einem nicht nachhaltigen Werbemodell und warnen vor Schnäppchenjägern. Und ob es die Vollzahler lustig finden, gemeinsam mit den Billiggästen am Pool zu liegen, ist nicht immer garantiert.

 

Geht`s noch tiefer?

Online-Gutschein-Portale sorgen dafür, dass sich die Billigpreisspirale weiter nach unten dreht. Neben kleineren österreichischen Plattformen wie TeamDeal, DealLx oder DealHeute, ein Ableger der Gratiszeitung "Heute", sind die international tätige und mittlerweile börsennotierte Rabattplattform Groupon sowie der in Deutschland und der Schweiz aktive Online-Gutscheindienst DailyDeal die größten Player am heimischen Markt.

 

(kurier / ar, apa) Erstellt am
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