Die gefährlichsten Fehler beim Grillen

Steak Bbq
Foto: Getty Images/iStockphoto/cookedphotos/istockphoto Besonders gefährlich: Funkenflug oder Entsorgung der Grillkohle.

Jährlich müssen 500 Menschen nach der Grillerei ins Spital.

Von der Grillparty direkt in die Unfallabteilung: 500 Personen verletzten sich beim Grillen jedes Jahr so stark, dass sie ins Krankenhaus müssen: 40 Prozent aufgrund von Verbrennungen und Verbrühungen, weitere 40 Prozent wegen Schnittverletzungen. Jeder Zehnte muss das Spital aufsuchen, weil er sich einen Knochen gebrochen hat – durch Stolpern über Grillutensilien oder sogar über den Grill selbst.

"Unachtsamkeit, ungeeignete Ausrüstung oder falsche Anwendung von Grillanzündern sind dabei die häufigsten Grillfehler", sagt Armin Kaltenegger, Leiter des Bereiches Recht und Normen im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). Die häufigsten Gründe für Verbrennungen und Verbrühungen an Fingern und Händen sind Stichflammen, das Berühren des heißen Grillrosts und heißes Öl.

Häufige Gefahrenquelle ist der flüssige Brandbeschleuniger

Die gefährlichsten Situationen beim Grillen entstehen fast immer durch flüssige Brandbeschleuniger. Das kann zu Stichflammen führen, die sich blitzschnell ausbreiten und dabei auch die Dämpfe des in der Flasche verbliebenen Brandbeschleunigers entzünden können. Besonders dramatisch kann das werden, wenn Benzin verwendet wird – das kann lebensgefährlich sein.

Aufholbedarf herrscht bei den Sicherheitsvorkehrungen: Als beliebtes Löschmittel geben die vom KfV Befragten zwar den Wasserkübel (65 Prozent) an, dennoch bereitet nur jeder Vierte tatsächlich einen vor oder hat Löschdecke oder Feuerlöscher bereit. Arthur Eisenbeiss, Sprecher der österreichischen Brandverhütungsstellen: "Die Erfahrungen aus der Brandursachenermittlung zeigen, dass der Funkenflug aus Grillgeräten und die unsachgemäße Entsorgung der Grillkohle die häufigsten Brandursachen darstellen."

"Zwei Drittel aller Unfälle entstehen durch Unachtsamkeit oder durch fehlendes Wissen bei der Prävention", sagt Kaltenegger.

Tipps

Die 10 häufigsten Grill-Fehler

Warum Sie Alu-Grilltassen aus dem Supermarkt meiden und Anzünder verwenden sollten.

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Foto: mythja/Fotolia

Holzkohlengrill: Spiritus oder Benzin?
Durch unsachgemäßes Hantieren mit Brandbeschleuniger passieren immer wieder Unfälle, greifen Sie daher zu Hilfsmitteln wie Anzündkamin und Grillanzünder. Nachhaltig produzierte Anzünder wie Holzbündel mit Wachs eignen sich sehr gut. Holzkohlen und Briketts am besten bereits vor dem Anzünden zu einer Pyramide schichten.

Gewitter: Stellen wir den Griller schnell ins Wohnzimmer?
Keine gute Idee, denn Grillen mit Holzkohle kann in geschlossenen Räumen lebensgefährlich sein. Wenn Holzkohle nicht vollständig verbrennt, kann Kohlenmonoxid entstehen.

Grillfleisch Foto: Fremd/Alle12/istockphoto Ein bisschen Fett tropft herunter und Sie wollen mit Wasser löschen?
Stichflammen können entstehen, wenn Fett oder Öl auf Holzkohle tropft. Legen Sie das Grillgut auf eine flammenfreie Stelle. Da Fett nicht wasserlöslich ist, sollen Sie die Stichflamme auf keinen Fall mit Wasser löschen. Wenn Fett in die Glut tropft, werden übrigens krebserregende, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) freigesetzt.

Ohne Fett-Tropfen: Reichen billige Alu-Schalen aus dem Supermarkt?
Durch das starke Erhitzen von Alu-Tassen können sich Aluminium-Partikel lösen, die man dann mitisst. Laut Empfehlungen ist wöchentlich ein Milligramm je Kilogramm Körpergewicht tolerierbar. Alternative: Mit Edelstahl-Schalen lassen sich sowohl Tropfen als auch Alu-Partikel vermeiden.

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Fleisch<br />
Rindfleisch<br />
Roh<br />
… Foto: /magnetcreative/iStockphoto Soll ich den dicken Fettrand wegschneiden?
Wenn Sie den Fettrand nicht essen wollen, schneiden Sie ihn am besten erst nach dem Grillen weg. Ein Steak kann aus jeder zum Braten geeigneten Muskelpartie des Rindes geschnitten werden. Je länger Rindfleisch reift, desto intensiver schmeckt es. Je nach Teilstück, Alter und Rasse des Tieres ist das Fleisch unterschiedlich stark mit Fett durchzogen. Die feinen Fettadern sorgen für Saftigkeit, wenn sie durch die Hitze schmelzen.

Top 9: Die wichtigsten Steak-Cuts

Porterhouse Steak
Das Porterhouse Steak wird aus dem flacheren Teil der Beiried geschnitten und schaut wie das T-Bone Steak aus, allerdings ist das Porterhouse wesentlich größer und hat einen höheren Filetanteil. Das Fleischtstück ist rund 6 cm groß und hat ein Gewicht von 700 bis 1000 g. Lungenbraten / Filet
Der Lungenbraten, international Filet genannt, ist das Fleisch vom keulenförmigen Muskelstrang seitlich der Wirbelsäule. Da dieser Muskel von den Tieren kaum benutzt wird, besticht er durch mageres, feinfasriges und mürbes Fleisch. Der Filetanteil beim Rind liegt bei nur zwei Prozent, daher auch der Preis. Rib Eye Steak
Das Rib Eye Steak wird aus dem Rostbraten geschnitten. In Frankreich Entrecôte genannt. Die Fettmarmorierung des Fleischstücks sorgt für viel Geschmack. Charakteristisch sind drei bzw. vier Muskelstränge. In der Mitte liegt der Rib-Eye-Kern als größter Muskelstrang, der wie ein Auge aussehen kann. Rumpsteak
Das Rumpsteak wird aus dem Rostbraten (Beiried) geschnitten – es handelt sich um einen Teil des Rückenmuskels. Am besten Sie schneiden den Fettrand an der Längsseite ein. Bevorzugen Sie beim Kauf eine schöne weiße Fettabdeckung und eine zarte Marmorierung des Muskelfleisches. T-Bone Steak
Das T-Bone Steak wird aus der Beiried geschnitten, das ist der untere Teil des Rostbratens. Der Name leitet sich vom t-förmigen Knochen ab. Das Fleischstück hierbei ist rund 4 cm dick und hat ein Gewicht von rund 600 g. Hüftsteak
Das Hüftsteak wird aus der Hüfte geschnitten, genauer gesagt aus dem Schlögel des Rindes. Die Hüfte, in Österreich auch Huft oder Hüferscherzel genannt, zeichnet sich durch mageres Fleisch aus und erinnert an den Rindslungenbraten. Das Fleisch ist feinfasrig, saftig und preiswerter als das Rumpsteak. Flank Steak
Das Flankensteak wird aus dem Bauchlappen, dem unteren Teil des Bauches, geschnitten. Das Fleisch ist grobfasrig und saftig im Biss. In den USA ist dieser Fleischschnitt sehr beliebt: Lady Gagas Fleischkleid anlässlich der MTV Video Music Awards 2010 bestand aus Flank Steaks. Tomahawk
Beim "Rib Eye bone in steak tomahawk" handelt es sich um ein Rib Eye Steak mit langem Knochen. Wegen der Rippe überzeugt das Fleischstück mit einem intensiven Fleischgeschmack. Beim Braten oder Garen bleibt das Fleischstück dank Knochen saftig. Flat Iron
Das Schulterscherzel, international Flat Iron genannt, erinnert, wie der Name andeutet, an ein altes Bügeleisen. Das Flat Iron wird aus der Rinderschulter geschnitten, die innen liegende Sehne wird entfernt. Dies macht der Fleischer mit einem Filetiermesser, das am festen Gewebe entlang geführt wird.

Foto © FikMik<br />
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Two pre… Foto: /FikMik/iStockphoto Zerstöre ich das Fleisch, wenn ich es mit einer Gabel wende?
Ja, Sie sollten während des Grillens weder in das Fleisch stechen noch es anschneiden, da das Fleisch sonst Saft verliert und trocken gerät. Einmal wenden reicht vollkommen aus. Tipp: Lassen Sie das Fleisch nach dem Grillen kurz ruhen.

Anbrennen: Was mache ich mit dünnen Holzspießen?
Am besten 20 Minuten in Wasser einweichen, bevor Sie Gemüse- oder Fleischstücke aufspießen.

Aufräumen: Werfen wir die Holzkohle gleich in die Mülltonne?
Nein. Nach dem Einsatz bleibt Bruchkohle zwei Stunden heiß, Briketts sogar bis zu fünf Stunden. Holzkohle lässt sich mit Erde oder Sand ganz einfach löschen. Erst die vollständig abgekühlten Reste in der Mülltonne entsorgen.

Nach dem Grillen: Wie wäre es, wenn wir mit dem Putzen warten?
Je länger Sie mit dem Putzen warten, desto mehr trocknen die Reste ein. Wer den ausgekühlten Grillrost in feuchtes Zeitungspapier oder ins nasse Gras legt, kann die Reste leichter entfernen. Grillbürsten aus Edelstahl, zerknüllte Alufolie oder handelsübliche Backofenreiniger eignen sich zum Reinigen.

 … Foto: /Juniorcamp Griller-Verzicht: Wollen wir ein Lagerfeuer im Garten machen?
Prinzipiell gilt in Wien: Im eigenen Garten darf gegrillt werden, es sind allerdings nur Kohle und Gas als Brennmaterialen erlaubt. Verboten ist laut Landesgesetzen das Verbrennen von Küchenabfällen oder die Errichtung von offenen Bodenfeuerstellen. Bei Unklarheiten einfach bei der Gemeinde nachfragen. Eine Alternative zum Lagerfeuer ist eine Feuerschale.

(kurier / em/kaa) Erstellt am
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