Studieren geht durch den Magen. Curry hilft.

© /Kevin_Ilse

One Pot, one Dish
11/14/2014

Das perfekte WG-Rezept

Rotes Hendl-Curry: Foodblogger Kevin Ilse, „The Stepford Husband“, hat das perfekte WG-Rezept kreiert.

von Andrea Hlinka

Die Zutaten für 4 Personen:

4 Hendlkeulen
2 Zwiebeln, in kleine Würfel gehackt
4 Knoblauchzehen, gehackt
1 daumengroßes Stück Ingwer, gerieben
2 Esslöffel Tomatenmark
3 Teelöffel rote Currypaste
2 Teelöffel gemahlener Kumin
2 Teelöffel gemahlener Kurkuma
1/2 Teelöffel gemahlener Koriander
1 Teelöffel Cayenne Pfeffer
1/2 Teelöffel gemahlener Kardamom
1 Liter Hühnerbrühe
1 Dose passierte Tomaten
200 ml Obers (Sahne)
4 kleine Süßkartoffeln
Naan- oder Fladenbrot
Naturjoghurt und frischen Koriander zum Servieren

Und so wird's gemacht:

Einen großen Bräter – zum Beispiel eine kiwigrünen, harhar – erhitzen. Die Hähnchenkeulen salzen und mit etwas Pflanzenöl von beiden Seiten scharf goldbraun anbraten. Ich habe die Keulen in zwei Portionen angebraten. Ist nämlich zu viel Bratgut im Topf, dünstet das Fleisch vor sich hin und brät nicht knusprig.

Anschließend Hähnchen zur Seite stellen. Noch einen kleinen Schuss Pflanzenöl in den Bräter geben und Zwiebeln sowie Knoblauch anbraten bis sie leicht Farbe fangen. Ingwer, Tomatenmark, Currypaste, Kumin, Koriander, Cayenne Pfeffer und Kardamom hinzugeben und für ein paar Minuten rösten. Das Tomatenmark färbt sich dabei dunkel, die Gewürze dürfen jedoch nicht verbrennen. Den Topf also nicht aus den Augen lassen!

Die Hähnchenkeulen wieder in den Topf legen und mit Brühe, Tomaten und Obers aufgießen. Mit Salz und Pfeffer würzen, umrühren und zum Kochen bringen. Deckel drauf und jetzt kommt der schöne Part: Eine Stunde dahin köcheln lassen bis das Hühnchenfleisch vom Knochen fällt.Ungefähr 10–15 Minuten bevor das Curry fertig ist, kommen die geschälten, in dicke Scheiben geschnittenen Süßkartoffeln noch in den Topf.

Die Hähnchenkeulen aus dem Topf fischen und das Fleisch mit einer Gabel zunächst von der Haut befreien und anschließend das Fleisch vom Knochen lösen und zurück unter die Curry Sauce mischen.

Serviert wird das Curry mit einem Klecks Naturjoghurt und etwas frischem Koriander. Pflichtprogramm: Frisch getoastetes, warmes Naan-Brot. Wer das nicht zur Hand hat, kann sich mit normalem Fladenbrot aushelfen.

Mehr von Kevin Ilse finden Sie auf blog.thestepfordhusband.at.

Es scheint, als ob das "aromatische Duftbündel aus Kardamom, Fischen und Palmöl" direkt zu riechen wäre, wenn Hassan Kadam von seinen ältesten Kindheitserinnerungen an das Familienrestaurant im damaligen Bombay erzählt. Auf der Stelle möchte man dieses traditionelle, südindische Fisch-Currygericht namens Machli ka Salam kochen.

Es ist eines von vier Currys, die ständig in der Küche nebeneinander blubbern. Die Küchen-Szenerie mit ihrer bunten Gewürzvielfalt wechselt zwar bald nach Südfrankreich. So will es Richard Morais in seinem Roman "Madame Mallory und der kleine indische Küchenchef". Seine Liebe zu Gewürzen und Indien sowie eine Restaurantfehde mit Haubenköchin Mallory kam soeben unter dem Titel "Madame Mallory und der Duft von Curry" in die Kinos. Die gestrenge Hüterin der französischen Haute Cuisine wird von der charismatischen Oscar-Preisträgerin Helen Mirren verkörpert.

Kein Wunder, dass Regisseur Lasse Hallström im Filmtitel zum Wort "Curry" griff. Kaum etwas lässt so rasch Assoziationen von farbenprächtigen Gewürzen sonder Zahl und ebenso vielen – mitunter höllisch scharfen – Geschmäckern in einem aufsteigen. Curry ist vom Exoten längst zum "Allerweltsgewürz" geworden – und zwar im positiven Sinn.

Das merken auch Nikolas Jerusalem und Alexander Kaiser, die seit knapp einem Jahr den Gewürzladen"Curry me home"(9., Servitengasse 6) betreiben. "Viele Kunden tauchen über das Produkt tiefer in die Gewürzmaterie ein und wollen mit der Zeit einzelne Geschmäcker und Nuancen ausprobieren." Sie vergleichen ihr Geschäft gerne mit einem Zuckerlladen. Klassiker wie Garam Marsala (nordindisch) und Madras (südindisch) sind ebenso erhältlich wie fruchtige Mischungen mit Curry und Ananas. "Geschmacklich gibt es unzählige Abstufungen zwischen scharf und weich", sagt Jerusalem. Ein simples Hühner-Curry etwa könne nur durch eine Variation der Gewürze "wie ein ganz anderes Gericht" schmecken.

Die Zeiten, als Curry ausschließlich als "gelbes Pulver" aus dem Supermarkt den Geschmack prägte, dürften also vorbei sein.

Britischer Einfluss

Diese heute so typische Mischung haben wir übrigens den britischen Kolonialherren zu verdanken. Sie waren der Überlieferung nach von der indischen Gewürzvielfalt etwas überfordert und ließen eine spezielle Mischung herstellen, die später auch in England produziert wurde.

Curry-Speisen werden heute als unterschiedlich gewürzte Eintopf-Gerichte rund um den Globus geliebt. Für diese Verbreitung sind indische Auswanderer verantwortlich. Sie brachten sie unter anderem nach Westindien, Sri Lanka, Thailand, Malaysia bis nach Südafrika. Und überall verschmolzen sie mit regionalen Produkten zu neuen Gerichten. In Malaysia etwa mit Zitronengras.

Aber was macht ein gutes Curry aus? "Jede Gewürzmischung lebt von der Frische der Zutaten und damit dem Gehalt an ätherischen Ölen. Gutes Currypulver besteht daher aus Reingewürzen, die möglichst frisch sind", erklärt Gewürzhändler Jerusalem.

Und wer ein perfekter Curry-Koch werden will, sollte noch ein paar Dinge abseits der Gewürze berücksichtigen. Etwa die jeweilige Außentemperatur. Denn wie heißt es so schön: Je heißer, desto schärfer.

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