© Manfred Klimek

Österreichische Weine in Berlin
09/19/2013

Cordobar: Österreicher erobern Berlin

In Berlin hat eine Weinbar eröffnet, die einerseits an ein legendäres Fußballmatch erinnert und andererseits an die Qualität der Weine made in Austria.

Dass die Berliner eine Affinität zur Wiener Küche haben, ist bekannt. Sarah Wieners Restaurants zeigen, dass dieses Faible nicht unbedingt mit Kenntnis zu tun hat, aber ehrlich: So viele Wiener Schnitzel werden pro Tag in Deutschland nur selten verzehrt. Im Lieblings-In-Restaurant der Berliner, dem Borchert, gilt das Schnitzel sogar als größter Renner. Nun gibt es ein neues Etablissment, das dem Schnitzel weniger huldigen wird als anderen kulinarischen Vorzügen Österreichs: Wein und moderner Küche.

Cordoba 78: Als die Fußballwelt ein Match lang in Ordnung war.

Ein kulinarisch-oenologisch interessiertes Quartett erfand einen Ort namens Cordobar, in Erinnerung an ein seltenes Fußballmatsch zwischen Deutschland und Österreich. Selten, weil die Ösis die Deutschen damals 3:2 schlugen. Blöderweise bei der WM und die Deutschen mussten heimfahren. Das war 1978 und begründete die Karrieren so mancher österreichischer Fußballer wie Krankl oder Prohaska.

Gerhard Retter spielt höchstens in der Freizeit Fußball, der Name dürfte Wein-affinen Österreichern kein Unbekannter sein. Retter, der sein Metier als Sommelier und Maitre unter anderem bei Witzigmann in der Aubergine und Fredy Girardet in Lausanne (3 Sterne, 4 Hauben, Koch des Jahrhunderts bei Gault Millau) lernte und später bei Wörther in Prielau und Hanner in Mayerling eine recht beträchtlich große Schar von Fans schuf, ging nach Berlin ins Adlon und führt seit einigen Jahren einen sehr erfolgreichen Gasthof Fischerklause am Lütjensee.

Deutsch-Österreichische Freundschaft

Sein Weinwissen teilt er gerne mit dem ebenfalls emigrierten Weinautor Manfred Klimek auf Klimes Blog Captainkork und irgendwann wird Retter der vielen Schaffenden bekannte Satz "War das schon alles?" eingeschossen sein. Es war nicht alles.

Retter ist Teil eines Quartetts, bleibt selbst aber eher im Hintergrund. An der Front stehen wird Willi Schlögl aus der Steiermark, der bisher Restaurantleiter im Le Petit Felix an der Hinterseite des Adlon war, zuvor unter anderem Leiter der Weinbar von Wein&Co in der Wiener Mariahilferstrasse. Ein Mann mit Erfahrung. Und einem weinophilen Tatoo auf Oberarm und Rücken, wie es heißt und vom Autor nicht persönlich recherchiert wurde.

Der dritte des oenologischen Quartetts ist Christof Ellinghaus, leidenschaftlicher Weintrinker und im Hauptberuf Betreiber des Musiklabels City Slang.

Ein Mix aus Künstlern, einem Sommelier und Weinfreunden

Dazu gestoßen ist außerdem Film-Regisseur Jan-Ole Gerster. Sein Debutfilm Oh Boy kriegte weltweit einen Haufen Preise. Vielleicht auch deshalb, weil im Zuge seiner Entstehung von exakt 568 Flaschen Wein verkostet wurden ...

Die Küche der Cordobar als Bühne für junge Kochtalente dienen. Ein spannendes Miteinander von neuen Entdeckungen ist garantiert.

Die Leitung der Küche in der Cordobar liegt in den Händen des jungen Lukas Mraz, dem 23-jährigen Spross der berühmten Wiener Gastrofamilie („Mraz&Co“). Nach Stationen im L’Arnsbourg von Jean-Georges Klein, im De Librije von Jonnie Boer und bei Juan Amador in Langen kommt er jetzt direkt aus dem Wiener Palais Coburg in die Cordobar, um den Weinfreund in Berlin mit einer zwar kreativen, aber ungekünstelten, authentischen Küche zu erobern.

Es werden rund 60 permanent wechselnde Weine im offenen Ausschank erhältlich sein. Ein großer Teil aus Österreich, aber ganz will man sich anderen Ländern nicht verschließen. Flüge nach Berlin, um sich von der großen Breite des Schaffens österreichischer Winzer zu überzeugen, sind ja immer wieder günstig zu haben.

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