Magdas Kantine in der Wiener Ankerbrotfabrik ein Erfolgsprojekt.

© KURIER/Gilbert Novy

Magdas Kantine
08/03/2016

Flüchtlings-Restaurant macht in der Klagenfurter Innenstadt auf

Die Caritas Kärnten sucht via Crowdfunding finanzielle Unterstützer für Magdas Kantine in Klagenfurt.

von Anita Kattinger

Magdas Kantine – ein Sozialprojekt, das durch den Magen geht. Vor zwei Jahren startete die Caritas Wien mit ihrem gastronomischen Vorzeigeprojekt in der Bundeshauptstadt. Das Restaurant bietet mehr als Shabby-Chic und gutes Essen: Langzeitarbeitslose und Flüchtlinge finden in dem Restaurant Beschäftigung und einen Platz in der Gesellschaft. Das soziale Unternehmen reinvestiert den Gewinn ins Geschäft und verschränkt so Wirtschaftlichkeit und soziale Ziele miteinander.

Jetzt möchte die Caritas Kärnten das erfolgreiche Social-Business-Projekt wiederholen und startete eine Crowdfunding-Kampagne aufwemakeit.com. In hervorragender Lage, Am Stauderplatz 1, werkt das Team bereits, um auf 240 qm² eine "zweite Magdas Kantine" namensMagdas Lokalzu eröffnen. Zehn anerkannte Flüchtlinge bzw. Menschen mit Migrationshintergrund sollen einen befristeten Arbeitsplatz erhalten. Unter der Anleitung von fünf einheimischen Gastroprofis werden sie zu Koch- und Restaurantfachkräften ausgebildet und erhalten Deutsch-Intensivkurse. Finanziert wird der 400.000-Euro-Umbau von der Caritas und dem Bistum Gurk, das ein zinsloses Darlehen in der Höhe von 200.000 Euro beisteuert, wie im Frühjahr bekannt gegeben wurde. Magdas-Social-Business-Geschäftsführerin Gabriela Sonnleitner: "Für das Klagenfurter Projekt sind wir der Franchisegeber. In Kärnten haben wir einen Ausbildungsschwerpunkt für anerkannte Flüchtlinge." Übrigens wollen zahlreiche europäische Länder nachziehen: Holland, Deutschland und die Schweiz interessieren sich für das Social-Franchise-Konzept aus Wien.

Wie in Wien setzt das Team auf orientalische Küche und Shabby-Chic. Hausgemachte Limonaden, Mittagstisch und kulturelle Veranstaltungen am Abend sollen für ein volle Haus sorgen. Obwohl die Betreiber auf selbst hergerichtete Möbel zurückgreifen, benötigen sie Kapital für weiteres Interieur: "Mit eurer Hilfe möchten wir noch weitere Stühle und Sitzbänke kaufen und aufpolstern, Schränke und Regale renovieren, unser Personal einkleiden und sonstiges Kramuri besorgen."

Feste feiern, bis zum Umfolln

Für eine Spende in der Höhe von fünf Euro gibt es eine Postkarte mit einem Rezept als Dankeschön, für zehn Euro gibt es einen Restaurant-Gutschein. "Feste feiern, bis zum Umfolln": Wer tief ins Geldbörserl greift und 2.500 Euro spendet, erhält eine Party für 30 Personen in Klagenfurts Magdas Kantine ausgerichtet.

Auf der Crowfunding-Plattform erklärt die Caritas Kärnten: "Unter Verwendung bestehender Ressourcen wird in einem Upcycling-Prozess ein lebendiges, zeitgemäßes Lokal für Einheimische, Zuagraste und TouristInnen geschaffen. Wir wollen damit zeigen, dass wirtschaftlicher Erfolg und soziales Handeln kein Widerspruch ist."