Kuchen und Brot im Glas

Kopie von Bröselei, Kuchen, Kekse, glutenfrei
Foto: Bröselei Saftiger Mohnkuchen aus dem Online-Shop der <a href="https://www.broeselei.at/kuchen/mohn-cashew" target="_blank">Bröselei</a>.

Sabine Aichmann startet mit einem virtuellen Backshop für glutenfreie Naschereien durch. Der Traum von einem eigenen kleinen Restaurant ist greifbar nahe.

Gwyneth Paltrow, Novak Đoković und Steffen Mayerhoffer schwören darauf: Seitdem immer mehr Promis und Sportler von glutenfreier Ernährung schwärmen, kennt jeder Durchschnittsesser die bösen glutenhaltigen Lebensmittel wie Weizennudeln und Weißbrot. Sabine Aichmann muss lachen, wenn sie das hört. Leute, die sich freiwillig glutenfrei ernähren? "Ein bisschen suspekt."

Vor wenigen Wochen eröffnete die studierte Diätologin ihren glutenfreien Backshop Bröselei. Virtuell, versteht sich. "Ich wollte zuerst einmal austesten, ob überhaupt Interesse an glutenfreien Keksen und Kuchen besteht", erklärt Aichmann. Die Niederösterreicherin leidet seit drei Jahren an einer Glutensensitivität: "Mein Ziel war, dass die Kuchen und Kekse genauso schmecken wie ich sie in Erinnerung habe, als ich noch alles essen durfte." Ihr "Saftiger Mohnkuchen mit cremigem Kern aus Cashewnüssen" schmeckt wie ein Mohnkuchen zu schmecken hat. In den süßen Kern aus Cashewnüssen möchte man sich am liebsten eingraben. Dass dieser mit Reismehl gebacken wurde, ist für den Laien überhaupt nicht erkennbar. "Wenn ich auf Partys eingeladen bin und einen selbstgebackenen Kuchen mitnehme, höre ich immer wieder die Kritik, dass ich 'etwas Gesundes' mitnehme, dabei backe ich den Kuchen genauso mit Fett und Zucker. Nur das Weizenmehl lasse ich weg." Glutenhaltige Getreidesorten sind neben Weizen auch Dinkel, Roggen, Gerste und Hafer. "Leider auch die Urgetreidesorten wie Emmer, die in letzter Zeit sehr in Mode sind." Stattdessen verwendet die studierte Diätologin Nussmehl, Reis, Mais, Quinoa, Buchweizen, Hirse oder Amaranth. Das Geschäftskonzept zielt nicht nur auf Allergiker ab, die Kuchen auf Vorrat nach Hause bestellen wollen. Vielmehr hofft die Jungunternehmerin, dass die Restaurants auf ihr Angebot anspringen. "Nicht alle Kellner wissen, was Gluten ist oder in welchen der Gerichte Gluten enthalten ist. Außerdem erspart sich das Restaurant das mühsame Vorbereiten." Denn nicht einmal ein Brösel Verunreinigung darf in das Produkt gelangen. Darum wählte die leidenschaftliche Bäckerin den Unternehmensnamen "Bröselei" und bietet ihre Naschereien in Gläsern an. Das Restaurant Dellago beim Brunnenmarkt hat die Nische bereits entdeckt und verkauft ihr glutenfreies Rosinen- und Sonnenblumenbrot im Glas. Einzig beim Müsli machte sie eine Ausnahme und verkauft dieses in Packungen. Drei Stunden täglich steht Aichmann in der Küche und bäckt. Die Haltbarkeit von rund sechs Wochen ergeben sich durch das automatische Vakuumieren der heißen Produkte, quasi wie beim Marmelade einkochen. Mit 4,5 Euro kommen die Kuchen und Brote im Glas auf durchaus saftige Preise. Die Geschäftsfrau hofft auf Verständnis: "Die teureren Zutaten haben ihren Preis. Es sind Premiumprodukte - im Café gönnt man sich ja auch eine Nachspeise um 4,5 Euro." Die Eröffnung eines glutenfreien Restaurants. Bereits im Alter von 10 Jahren träumte Sabine Aichmann davon, ein Lokal zu besitzen. Und das scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Obwohl erst wenige Wochen in der Selbständigkeit, denkt die 25-Jährige bereits an Schritt Nummer zwei. Wer sich selber ein Bild über die Angebote der Bröselei machen will, dem sei am 5. und 6. Juli der Kunsthandwerksmarkt am Spittelberg ans Herz gelegt.

(Kurier) Erstellt am
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