© Franchetti

Andrea Franchettis Weine
03/24/2014

Der Kultwinzer aus Italien

Seine Weine sind teuer und sehr begehrt. Der Winzer Andrea Franchetti feiert in Italien mit Rebsorten aus Bordeaux gewaltige Erfolge.

Der Mann sieht aus wie eine Mischung aus Yves Saint-Laurent und Marcello Mastroianni. Mit letzterem teilt er sich auch den Geburtsort. Andrea Franchettis Familie war nicht arm. Er konnte sich am Anfang seines Berufslebens ohne viel Existenzprobleme dem widmen, was er am liebsten machte. Es ging ihm um Wein.

Franchetti arbeitete lange Zeit in New York. Er lernte wichtige Leute aus dem Weingeschäft kennen. Einige seiner besseren Freunde sind aus Bordeaux, zum Beispiel der Besitzer des berühmten WeingutesValandraud in St.Emilion, einem der berühmten so genannten "Garagenweine".

Der Kontakt zu den Franzosen war für den oenophilen Italiener wichtig. Denn sie zeigten ihm, wie man mit den Bordaux-Weinsorten Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet franc und Petit Verdot umgeht. Vor zwanzig Jahren gründete Franchetti im Niemandsland in der südlichen Toskana die Tenuta di Trinoro.

In dem verschlafenen Eck hatte es schon seit langer, langer Zeit niemand mit Wein versucht. Es gab hier nur Schafe, Wildrosen und sonst nichts. Franchetti versuchte es.

Weinstöcke der besten Herkunft aus Bordeaux wurden geplanzt. Auf den ortsüblichen Sangiovese wurde verzichtet. Der Ausbau erfolgt in kleinen französischen Eichen-Fässern. Jede Parzelle wird einzeln geerntet und in kleinen Tanks vergoren. Obwohl es in diesem Teil der Toskana sehr heiß ist, behalten die Weine ihre Balance. Die Höhe, in der die Rebstöcke gepflanzt wurden, macht es aus.

"Ich dachte damals, ich machte die besten Weine der Welt," erzählte er anlässlich einer Verkostung in der VinothekDöllererin Golling. Er hatte ja keinen Vergleich, denn es gab nichts Verleichbares. Mittlerweile sind die Weine heiß begehrt und erzielen beachtliche Preise, von denen viele Produzenten der Toskana mit ihren Sangiovese-Weinen nur träumen können.

Der reinsortige Merlot der Tenuta di Trinoro steht etwa in Qualität dem berühmten Masseto wenig nach, sagen Weinkenner. Ein Kompliment.

Weil er auch leichtere Weine und einen Weißwein im Repertoire haben wollte und weil ihn die Sorten interessierten, ging Franchetti einige Zeit nach der Gründung der Tenuta nach Sizilien. Dort, am Ätna, wachsen und gedeihen Weine, die von der Höhe und der einzigartigen Beschaffenheit des vulkanischen Gesteins profitieren. Und ja, hier lassen sich Weine machen, die im Gegensatz zu dem, was man sonst aus Sizilien kennt, fruchig-leicht balanciert sind.

Der Vulkan ist bekannterweise immer noch aktiv. Erst vor kurzem wurde ein Skilift ganz in der Nähe der Weingärten von der Lava zerstört.

Das Weingut Passopisciaro liefert einen sehr guten Chardonnay und zwei Rotweine, die entfernt an rote Burgunder erinnern, beide aus autochthonen Sorten.