Genuss
01.10.2012

175 Jahre Hopfen-Saft aus Ottakring

Von Flop bis Blopp. Christiane Wenckheim und Sigi Menz erzählen von der Geschichte der Brauerei in Ottakring.

Der Oktober ist gut fürs Geschäft, wenn man Bierbrauer ist, denn der Hopfen-Saft ist derzeit in aller Munde. Montag gibt es allerdings Gratis-Bier, denn da laden Christiane Wenckheim und Sigi Menz zur Geburtstags-Party ins Festzelt am renovierten Firmengelände. Der oberste Wiener ist auch Ottakringer – und so hat Michael Häupl die Ehre, das Fass anzuschlagen.

 

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Ottakringer Brauerei AGBILD zu OTS - Ottakringer Brauerei Areal neu ; Bildrechte

KurierInterview Christiane Wenckheim und Sigi Menz in der Brauerei Ottakring am 25.09.2012

KurierInterview Christiane Wenckheim und Sigi Menz in der Brauerei Ottakring am 25.09.2012

Gegründet wurde dieses Wahrzeichen des 16. Bezirks vom Müllermeister Heinrich Plank. Christiane Wenckheim: "Er hatte ursprünglich einen Tanzboden und baute dazu eine Brauerei. 175 Jahre später haben wir eine Brauerei mit angehängtem Tanzboden." Von 1850 bis 1938 gehörte die Brauerei der jüdischen Familie Kuffner (gründeten auch die Sternwarte und das Wilhelminenspital) . In der NS-Zeit wurde sie von der Familie Wenckheim unter korrekten Bedingungen um 14 Millionen Schilling (heute etwa 36 Millionen Euro) erworben. Seit 2000 ist Christiane der oberste Boss: "Ich bin Vorstand von Ottakringer, Sigi Menz ist Vorstand der Holding, aber in Wahrheit sind wir beide die Bierverkäufer."

Und das Geschäft lief, bis auf einen kleinen Flop, bisher auch gut, erinnert sich Sigi Menz, der selbst aus einer Brauerei-Familie aus Vorarlberg stammt: "Uns haben alle geraten, doch einmal ein Leichtbier zu machen, aber so etwas ist in Österreich fast nicht verkäuflich." Kein Flop war das Geschäft mit dem Blopp. Christiane Wenckheim: "Kurz vor der echten WM hatten wir 2010 die Blopp-WM (das Blopp bezog sich auf das Geräusch beim Flaschenöffnen ). Da sind uns kurzfristig die Fässer ausgegangen und wir riefen auf, man möge sie uns zurückbringen. Alle dachten, es war ein Marketing-Gag, und wir haben bis dato nie verraten, dass wir eher in einer Notsituation waren."

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